Jede fünfte Schwangere: Zu hohe Blutzuckerwerte

Jede fünfte Frau in Vorarlberg hat in der Schwangerschaft zu hohe Zuckerwerte, bei ein bis zwei Prozent der Schwangeren wird sogar Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Der scheinbare Anstieg liegt vor allem daran, dass deutlich mehr darauf geachtet wird.

Schwangerschaftsdiabetes tritt plötzlich - aus dem Nichts - während der Schwangerschaft auf. Der Blutzuckerstoffwechsel funktioniert durch die Schwangerschaft nicht mehr wie gewohnt. Vielfach werden die zu hohen Blutzuckerwerte erst durch einen mittlerweile routinemäßig durchgeführten Zuckerbelastungstest erkannt, sagt Ulrich Bemetz, Sprecher der Vorarlberger Frauenärzte.

Die Frauen selbst würden nichts bemerken. Symptome seien, dass das Baby besonders groß und schwer sei und mehr Fruchtwasser vorhanden sei. Typischerweise seien das die Babys, die bei der Geburt mehr als vier Kilo hätten.

Keine Panik bei Diagnose

Die Babys bekommen den Zucker über die Nabelschnur geliefert. Panik ist bei der Diagnose Schwangerschaftsidabetes aber nicht nötig, erklärt Bemetz: Wichtig sei, dass der Diabetes erkannt werde und die betroffenen Frauen sich dann vernünftig ernähren würden. Angesagt seien kohlenhydratarme und ballaststoffreiche Ernährung, Vollkornprodukte und regelmäßige Bewegung.

Schwangerschaftsdiabetes Schwangere misst Zucker

fovito

Eine schwangere Frau misst ihren Blutzuckerwert

Werte normalisieren sich nach Geburt

Nach der Geburt sind die Blutzuckerwerte dann sowohl bei der Mutter als auch beim Kind wieder im Normalbereich, jedoch kann die Schwangerschaftsdiabetes längerfristige Folgen haben. Wenn die Mutter ein ausgeprägtes Schwangerschaftsdiabetes habe, bestehe für das Kind ein größeres Risiko, später Gewichtsprobleme zu haben oder selbst an Diabetes zu erkranken. Das gleiche gilt für die Mutter, auch ihr Risiko ist höher, später an Diabetes zu erkranken.

Routinetest im zweiten Drittel

Der Zuckerbelastungstest wird mittlerweile routinemäßig zwischen der 24. und der 28. Woche gemacht. Zu dem Zeitpunkt zeigt sich, ob die Frau zu hohe Blutzuckerwerte hat. Zudem beginnt erst ab diesem Zeitpunkt das Baby mit dem eigenen Insulinhaushalt zu reagieren.

Allgemeine Risikofakoren sind vor allem Übergewicht, Bewegungsmangel oder genetische Vorbelastung - wenn etwa Eltern oder Geschwister Diabetes haben.

Keine Panik bei Schwangerschaftsdiabetes

„Vorarlberg heute“ hat eine junge Frau mit Schwangerschaftsdiabetes zum Besuch beim Frauenarzt begleitet.

Zucker-Schwerpunkt im ORF

Im Rahmen des „Bewusst Gesund“-Schwerpunkts „Zucker - das süße Gift“ zeigt der ORF diese Woche, wie sehr Zucker unsere Ernährung, unseren Körper und unsere Gesundheit beeinflusst.

Immer mehr Konsumenten wollen sich gesund ernähren - und das heißt auch, dass sie weniger Zucker in der Nahrung wünschen. Das stellt Handel und Lebensmittelindustrie vor Herausforderungen, auf die bereits reagiert wird. Mehr in Weniger Zucker gewünscht: Industrie gefordert.

Zucker ist übrigens in vielen Lebensmitteln enthalten, in denen man ihn nicht vermuten würde. Mehr dazu in Wo man Zucker nie vermuten würde und So viel zucker steckt wirklich in deinem Essen (oe3.ORF.at).