Pensionskonto wird kaum genützt

Das vor einem Jahr eingeführte Pensionskonto wird von den Versicherten bisher kaum genützt. 2015 hat österreichweit nur etwa jeder zwanzigste Kontoinhaber seine Daten abgefragt. Finanzdienstleister in Vorarlberg bestätigen das geringe Interesse am Konto.

Das Konto gibt einen Überblick über die voraussichtliche staatliche Pensionshöhe und soll Gelegenheit bieten, nach Möglichkeit rechtzeitig privat vorzusorgen. Das Konto wird allerdings von den Versicherten bisher nur wenig genutzt.

2015 gab es in Österreich insgesamt 336.000 Konto-Abfragen, sagt Dieter Holzweber, Pressesprecher im Hauptverband des Sozialversicherungspräger. Dabei sind derzeit insgesamt 5,9 Millionen Pensionskonten eingerichtet. Das heisst: Rund fünf Prozent haben ihre aktuellen Pensionsdaten abgerufen.

Anfang 2015, als das Thema auch in den Medien präsent war, seien die Zugriffe auf die Konten gestiegen, so Holzweber. Die insgesamt geringe Zahl hänge aber auch damit zusammen, dass das Angebot immer noch neu sei.

Finanzdienstleister bestätigen Zurückhaltung

Die Banken und Finanzdienstleister in Vorarlberg bestätigen die schwache Nachfrage. Er könne sich an keinen Kunden erinnern, der sich aufgrund der Einsicht ins Pensionskonto für eine private Vorsorge interessiert hätte, sagt Markus Salzgeber, Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister. „Unsere Erfahrung ist, dass die Leute viel zu wenig Bewustsein für das Thema haben. Sie gehen davon aus, dass der Staat für sie vorsorgen wird, wovon wir aber nicht ausgehen“, so Salzgeber.

Die Nachfrage nach privater Altersvorsorge sei grundsätzlich gestiegen, sagt Vorsorgespezialist Mark Nussbaumer von der Sparkasse Lustenau-Rheindorf. Das Pensionskonto habe bisher aber keine Impulse gebracht.

Verschiedene Zugänge zum Konto

Der Zugang zum eigenen Konto ist etwa über FinanzOnline möglich, mit Handysignatur oder mit E-Card und aktivierter Bürgerkartenfunktion.