Drohungen: 48-Jähriger in Anstalt eingewiesen

Am Landesgericht Feldkirch ist ein 48-Jähriger in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Er bedrohte im August seine Familie und Polizisten und rammte ein Polizeiauto.

Nach den Drohungen im August wollte der Mann mit einem Streifenwagen flüchten, bis eine Polizistin schließlich einen Warnschuss abgab. Mehr dazu in Polizisten bedroht und mit Benzin übergossen.

Die Anklagepunkte waren dennoch eigentlich nicht außergewöhnlich schwerwiegend. Grund für die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtbrecher war die völlige Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit des Angeklagten, der das Gericht auch als freier Mann hätte verlassen können, wenn er bereit gewesen wäre, gewisse Auflagen zu erfüllen.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Prozess am Landesgericht

Im Video sehen Sie einen Beitrag von Bernhard Stadler über den Prozess.

Familienstreitigkeiten als Anlass

Anlass für die Taten im August war, dass der Serbe seinen achtjährigen Sohn nicht mehr sehen darf. Er kann das absolut nicht verstehen - selbst zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung noch nicht. Dass er sich aber regelmäßig mit seiner Frau über Erziehungsfragen, vor allem die Einflussnahme der Schwiegereltern und andere alltägliche Kleinigkeiten gestritten und ihr sogar einmal mit einem Klappmesser gedroht hat, stritt er nicht ab. Die Frau flüchtete schließlich in die Frauennotwohnung.

Generell scheint die Familiensituation schwierig zu sein, wobei sich der Angeklagte selbst immer im Recht sah und auch vor Gericht als Opfer darstellte. Er liebe seinen Sohn und habe ihn nur bei sich haben wollen.

Begutachtung fast abgebrochen

Gerichtspsychiaterin Adelheid Kastner erläuterte in ihrem Gutachten, dass dem Angeklagten jede Fähigkeit fehle, seine Sturheit abzulegen und Kompromisse einzugehen. Er könne Erlebtes kaum verarbeiten.

Ein Beispiel zeigt das sehr deutlich: Kastner sagte, sie sei nahe dran gewesen, die Begutachtung abzubrechen, auch der Dolmetscher habe Angst bekommen, weil der Angeklagte selbst Wochen nach dem Vorfall derart massive emotionale Ausbrüche hatte. Das sei ihr in ihrer bisherigen Karriere erst zweimal untergekommen. Seine Affekte seien derart intensiv, ähnlich wie bei Psychosen, seine Starrsinnigkeit erinnere an schizophrene Erkrankungen, in jedem Fall leide der Mann unter einer schweren Persönlichkeitsstörung. Eine Gefahr sei er aber nur für den engsten Familienkreis.

Hätte Gericht als freier Mann verlassen können

Wie treffsicher das Gutachten war, zeigte sich im Laufe des Prozesses direkt: Der Mann, dessen Aufenthaltstitel abgelaufen ist, hätte die Möglichkeit gehabt, direkt als freier Mann nach Serbien zu gehen, weil er seine Strafe bereits in der Untersuchungshaft abgesessen hatte - möglich wäre dies allerdings nur unter der Auflage gewesen, dass er den Kontakt zu Frau und Kind abbricht.

Weil er das nicht akzeptieren kann und will, muss er jetzt aus Sicherheitsgründen in eine Anstalt. Denn - so Kastner - solche Krankheitsbilder seien normalerweise im Vorfeld von Familientragödien zu finden. Die Einweisung ist bereits rechtskräftig.

Unbedingten Teil der Haft bereits abgesessen

Verurteilt wurde der Angeklagte wegen versuchter schwerer Nötigung, versuchten Widerstandes gegen die Staatsgewalt, versuchten unbefugten Gebrauch von Fahrzeugen. Die Strafhöhe beträgt zwölf Monate Haft, acht davon bedingt. Den unbedingten Teil der Strafe hat er schon abgesessen. 300 Euro Teilschmerzengeld muss er für eine geschockte Polizistin bezahlen. aneghalten wird der mann nun so lange, bis er nicht mehr als gefährlich eingestuft wird.