Pflegeheim unbezahlbar für viele Senioren

Nur noch jeder Vierte kann seinen Aufenthalt im Pflegeheim selbst bezahlen. Die „Selbstzahlerquote“ wird in den nächsten Jahren weiterhin deutlich sinken. Davon gehen Experten aus.

Die Gründe für den sinkenden Anteil jener, die den Platz im Pflegeheim noch bezahlen können, liegen auf der Hand. Verantwortlich sind einerseits rückläufige Pensionsauszahlungen. Andererseits werden Menschen älter und nehmen erst später ein Heim in Anspruch. Meist sind Senioren dann pflegebedürftiger. Das bringt eine höhere und teurere Pflegestufe mit sich.

Mehr als 40 Millionen Euro für Pflege

Rund 2.100 Senioren leben in Alten- und Pflegeheimen. Pro Jahr werden rund 44 Millionen Euro für die Unterbringung vom Land Vorarlberg und von den Gemeinden aufgebracht. Eine wichtige finanzielle Unterstützung für viele ältere Menschen, die sich keine Heimpflege leisten könnten.

Pension und Vermögen werden ausgeschöpft

Wenn jemand ins Pflegeheim zieht, müssen Pflegegeld, 80 Prozent der Pension und Vermögen eingesetzt werden. Reicht das Einkommen nicht, ist die öffentliche Hand gefragt. Unterstützung kann beantragt werden. Noch habe Vorarlberg dafür ausreichend Geld vorgesehen, so Erich Gruber, Breichsleiter der Pflegevorsorge im Amt der Vorarlberger Landesregierung.

Gruber plädiert für Ausbau der ambulanten Pflege

Durch sinkende Selbstzahlerquote könne sich das bald ändern. Um dem entgegenzuwirken baut Gruber auf das ambulante Pflegenetz. So können laut Gruber zwei Fliegen mit einem Schlag getroffen werden: den Betroffenen wird die Pflege zu Hause ermöglicht und die Kosten bleiben im Rahmen.