Löhne im Handel: Drei Prozent mehr gefordert

Nach den Kollektivvertragsabschlüssen für die Metaller haben am Mittwoch in Wien die Lohnverhandlungen für die Handelsangestellten begonnen. In Vorarlberg geht es für rund 19.000 Beschäftigte um die Frage, ob es eine Nettolohnerhöhung geben wird.

Die Kollektivvertragslöhne im Handel zählen im Vergleich zu anderen Branchen zu den schlechteren. Die Umsätze der großen Handelskonzerne wie Rewe, Spar und Hofer sind weiter gestiegen, sagt Bernhard Heinzle von der Gewerkschaft der Privatangestellten. Das Ziel für den Abschluss sei deshalb die Abgeltung der Inflation von 2,7 Prozent plus eine Draufgabe, damit die Handelsangestellten tatsächlich mehr Geld in der Tasche haben. Eine Erhöhung im Bereich von 3 Prozent sollte es in jedem Fall werden, sagt Heinzle.

Die Situation im Handel sei aufgrund des hohen Anteils an Frauen und Teilzeitbeschäftigung eine besondere. Über die von der Arbeitgeberseite verlangten neuen Arbeitszeitformen könne man selbstverständlich reden, natürlich müsse man aber genau beachten, zu wessen Gunsten sie wären.

Arbeitgeber: Keine Zahlen vorab

Die Arbeitgeber werden sich die Forderungen der Gewerkschaft zunächst anschauen, sagt Michael Tagwerker, Spartengeschäftsführer in der Wirtschaftskammer. Auf Zahlen werde man sich - wie in den Jahren zuvor - vor Beginn der Verhandlungen nicht festlegen.

Die Handelsbetriebe würden sich jedenfalls auch für Vereinfachungen bei den Zuschlägen und der sehr kompliziert geregelten Samstagsarbeit einsetzen. Die wirtschaftliche Lage vor allem der grossen Betriebe sei gut, sagt Tagwerker, kleine hätten aber mit Einbußen zu kämpfen.