„Notunterkunft“ für Schrunser Feuerwehr

Das Schrunser Feuerwehrhaus ist für ein bereits gekauftes Rüstfahrzeug, das 2013 geliefert wird, zu klein. Für einen Neubau fehlt es an Geld. Stattdessen sollen nun um rund 800.000 Euro Fahrzeugboxen errichtet werden.

Eigentlich wollte Schruns ein neues Feuerwehrhaus um 1,8 Millionen Euro bauen. Ein Grundstück hatte man zu diesem Zweck bereits den Illwerken abgekauft. Doch diese Pläne will Bürgermeister Karl Hueber ad acta legen. Man könne sich den Neubau nicht leisten. Das Land habe Finanzierungsbedenken, so Hueber.

Im Video zu sehen: Martin Ganahl (Feuerwehrkommandant, Schruns), Karl Hueber (Bürgermeister, Schruns); Beitrag von Bernhard Stadler, Götz Wagner, Gernot Kutzer

Ursprünglich habe es Pläne gegeben, gemeinsam mit anderen Blaulichtorganisationen zu bauen, so Hueber. Die Polizei sei aber erst in einigen Jahren soweit und die Bergrettung habe bereits einen Standort, der noch bezahlt werden müsse. Da bleibe eben nur die Feuerwehr übrig. Deshalb hae man die Pläne aus finanziellen Gründen auf ein Mindestmaß reduzieren müssen.

Nun will man gegenüber des in den 1950er Jahren errichteten Feuerwehrhaus drei bis vier Fahrzeugboxen errichten. Bei den Kosten von rund 800.000 Euro hat das Land weniger Bedenken. Das Geld soll hereinkommen, indem man das gekaufte Areal wieder verkauft.

Kritik an Plänen: Teure Notlösung

Der Entschluss, statt eines neuen Feuerwehrhauses Fahrzeugboxen zu bauen, ist in der Gemeinde nicht unumstritten: Mit dem Verkauf des Areals verspiele man die Chance, ein adäquates Feuerwehrhaus zu bauen, das seit langem benötigt werde. Es sei eben nur eine Notlösung - und noch dazu eine 800.000 Euro teure.

Der Schrunser Feuerwehr-Kommandant Martin Ganahl hat sich hingegen mit der Fahrzeugboxen-Variante bereits abgefunden. Diese müssten nun aber schnell gebaut werden. Bestrebungen an einem Neubau festzuhalen kommendiert der Feuerwehrkommandant knapp: Träumer würden nie aussterben, ein Wunschkonzert helfe aber nicht.

Sein Vorschlag: Wenn man Geld sparen möchte, dann nicht bei der Freiwilligkeit. Man könnte etwa, so Ganahl, die Gemeinden zusammenlegen.

Feuerwehrzusammenschluss: Gespräche im Gange

Für einen Zusammenschluss mit den Feuerwehren in unmittelbarer Nähe sieht Bürgermeister Hueber die Zeit noch nicht reif. Es gäbe zwar innerhalb von 1,3 Kilometern drei voll funktionierende Feuerwehrhäuser mit entsprechender Ausrüstung. Gespräche über eine Zusammenlegung seien zwar im Gange - dass eine solche real werde, dafür sei es aber wohl noch „ein-zwei Generationen zu früh“.