Empfehlung für Vorarlberger Pränatal-Modell

Das Vorarlberger Modell der Schwangerschaftsvorsorge soll österreichweit Standard werden: Die medizinische Fachgesellschaft empfielt allen 1.600 Gynäkologen in Österreich, das Vorarlberger Modell der Pränataldiagnostik anzuwenden.

2009 wurde das nun seit zwei Jahren in Vorarlberg praktizierte Modell für Pränataldiagnostik entwickelt. Nun empfiehlt die medizinische Fachgesellschaft allen 1.600 Gynäkologen in Österreich, das Vorarlberger Modell der Schwangerschafts-Vorsorge und - Beratung anzuwenden.

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Im Video zu sehen: Christoph Jochum (Projektleiter|Schwangeren-Vorsorge), Peter Schwärzler (Gynäkologe, Universitäts-Dozent); Beitrag von Gernot Hämmerle, Tobias Becker, Christina Lachner

Ca. 70 Prozent der Vorarlberger Frauenärzte arbeiten mit dem Beratungsstandard Pränataldiagnostik. Ein wesentlicher Vorteil für Ärzte ist dabei, dass ihr Haftungsrisiko reduziert wird, wenn sie sich an die Beratungsempfehlung halten. Sie sind rechtlich auch dann abgesichert, wenn sich die schwangere Frau gegen erweiterte Untersuchungen entscheidet. Der Arzt muss daher nicht auf maximale Diagnostik drängen, um sich vor Haftungsklagen zu schützen, erläutert der Gynäkologe Peter Schwärzler, Mitautor des Modells.

Entscheidung liegt bei der schwangeren Frau

Frauen werden zu Beginn der Schwangerschaft über den Unterschied zwischen normaler Mutter-Kind-Pass-Untersuchung und Pränataldiagnostik aufgeklärt. Dadurch bekommen sie Zeit, sich zu informieren und sich eine Meinung zu bilden. Jede Schwangere erhält Informationen über die Möglichkeiten, Grenzen und möglichen Konsequenzen der Pränataldiagnostik. Zudem wird die Frau auf ihr Recht auf Nicht-Wissen aufmerksam gemacht, also auf ihr Recht auf Untersuchungen zu verzichten. Die schwangere Frau wird darin gestärkt, selbst zu entscheiden, welche Untersuchungen sie in Anspruch nehmen will und welche nicht.

Psychosoziale Beratung

Zudem werden Schwangere auf die Möglichkeit ergänzender, kostenloser psychosozialer Beratung hingewiesen. Insbesondere bei einer Fehlbildung oder Behinderung des Kindes komme der psychosozialen Beratung eine besondere Bedeutung zu, so Barbara Jochum von der Beratungsstelle schwangerl.li.

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