Seidl-Prozess: Lauda „noch nie so betrogen“
Niki Lauda aus sollte von der Money Service Group (MSG) als seinem „Kapperlsponsor“ 1,2 Mio. Euro pro Jahr erhalten. Lauda bekam jedoch nur eine erste Zahlung von 400.000 Euro und verlor zudem 500.000 Euro in Seidls Anlageprodukten.
Im Video zu sehen: Niki Lauda (Ex-Rennfahrer und Zeuge im Seidl-Prozess), Wilhelm Ungerank (Landesgericht Liechtenstein), Raphaela Stefandl (ORF); Beitrag von Raphaela Stefandl, Elmar Schrottenbaum, Gernot Kutzer
Lauda hatte Sponsor-Vertrag mit MSG
Er sei in seinem ganzen Leben noch nie so betrogen worden, so Lauda vor der Verhandlung. Seidl und er hatten sich auf einen auf vier Jahre angelegten Sponsor-Vertrag geeinigt. Demnach sollte der Ex-Rennfahrer jährlich 1,2 Mio. Euro, zahlbar in drei Raten zu je 400.000 Euro, für das Tragen des blauen MSG-Kapperls erhalten. Seidl bezahlte jedoch nur eine einzige Rate.
Zudem wollte der Angeklagte, dass Lauda in seine Finanzprodukte investierte. Fünf Mio. Euro sollte Lauda in einen Fonds einzahlen. Als Lauda zögerte, wollte der überzeugend und selbstsicher auftretende MSG-Chef 2,6 Mio. Euro. Lauda entschied sich, 500.000 Euro zu investieren und verlor dieses Geld.
Lauda soll an Barem effektiv 100.000 Euro verloren haben. „Ich war nicht der einzige Dumme“, meinte Lauda am Mittwoch in Vaduz.
Ex-Skirennläufer Weirather nicht vor Gericht
Am Mittwochvormittag wurden zudem weitere Zeugen gehört, ein Geschäftsmann und ein Rechtsanwalt, die Seidls Versprechungen von sicheren Anlagen ebenfalls geglaubt hatten. Der ehemalige Skirennläufer Harti Weirather, der rund vier Mio. Euro über Seidls Fonds verloren haben soll, wird nicht vor Gericht erscheinen. Er sei für den Verhandlungszeitraum verhindert, seine Angaben vor dem Untersuchungsrichter sollen für die Verhandlung ausreichen.
Urteil wird am Freitag erwartet
Ebenfalls Thema war am Mittwoch neuerlich das tatsächliche Vermögen des Angeklagten, der dieses auf mehrere Mio. Euro bezifferte. So soll es laut Liechtensteiner Volksblatt am Rande des Hahnenkammrennens in Kitzbühel im Jänner 2011 einen Streit zwischen Weirather und Seidl gegeben haben, weil Seidl versprochene Sponsoringgelder nicht überwiesen hatte. Weirather habe vermutet, dass Seidl nicht so wohlhabend war, wie er tat. Als Gegenbeweis legte der MSG-Gründer daraufhin eine Vermögensaufstellung eines Schweizer Notars aus dem Jahr 2006 vor, die vor Gericht bereits mehrfach angezweifelt wurde.
Seidl wird beschuldigt, 44 Anleger um insgesamt rund 30 Mio. Euro betrogen zu haben. Ein Urteil wird für Freitag erwartet.
Links:
- Betrugsprozess: Seidl gibt Unwahrheiten zu (vorarlberg.ORF.at, 15.10.2012)
- Betrugsprozess: Seidl beschuldigt Partner (vorarlberg.ORF.at, 28.9.2012)
Publiziert am 17.10.2012

