Betrugsprozess: Seidl gibt Unwahrheiten zu
Wegen des Verdachts des schweren gewerbsmäßigen Betrugs drohen dem Money-Service-Group-Gründer Michael Seidl zehn Jahre Gefängnis. Er soll gutgläubige Anleger mit Investitionen um mehr als 30 Millionen Euro gebracht haben, zum Teil mit fiktiven Solarparks.
Am Montag nun wurde am Kriminalgericht in Vaduz der Prozess gegen Seidl fortgesetzt. Dieser plädiert nach wie vor auf unschuldig, doch seine Fassade bröckelt: So räumte er erstmals ein, seinen Anlegern nicht die Wahrheit gesagt zu haben.
Seidl gibt unrichtige Briefinhalte zu
Konkret ging es um ein Investment in einem spanischen Solarpark, der nach Erkenntnissen der Anklage nie ans Netz ging. Mehrere Millionen Euro hatte ein österreichischer Geschäftsmann, der am Montag als Zeuge geladen war, in solche Projekte Seidls gesteckt. Von Seidl gabs dazu regelmäßig Post über die angeblichen Fortschritte und Erträge. Zwei dieser Schreiben hielt der Richter Seidl vor. Das - so sagte er in Richtung des Angeklagten - passe doch einfach nicht zusammen. Auf hartnäckige Nachfrage gestand Seidl schließlich ein: Ja, er kenne die Briefe und ja, er habe gewusst, dass nicht stimme, was drinsteht.
Der Richter sprach von Vorspiegelung falscher Tatsachen. Von solchen Geschichten dürften auch in den kommenden Prozesstagen wohl noch einige zu hören sein, denn es sind noch eine Reihe an Zeugen geladen - darunter auch der frühere Rennfahrer Niki Lauda. Er soll am Mittwoch aussagen.
Links:
- Betrugsprozess: Seidl beschuldigt Partner (vorarlberg.ORF.at, 28.9.2012)
- Prozessauftakt gegen Vermögensberater Seidl (vorarlberg.ORF.at, 24.9.2012)
Publiziert am 15.10.2012

