Schwere Gewaltvorwürfe: Freispruch für Familienvater

Ein 48-jähriger Türke ist am Freitag am Landesgericht Feldkirch von schweren Gewaltvorwürfen gegen seine Familie freigesprochen worden. Anders als vor der Polizei wollte die Familie aber nun vor Gericht nicht gegen den Mann aussagen, daher wurde er freigesprochen.

Der Strafantrag hat es in sich: Jahrelang habe der 48-Jährige seiner Frau wöchentlich Faustschläge verpasst, sie immer wieder an den Haaren gerissen. Juristen nennen das fortgesetzte Gewaltausübung. Ein Vorfall im heurigen Frühjahr hat die Grenze zur Körperverletzung überschritten: Laut Staatsanwaltschaft stieß der Mann die Frau nieder, so dass sie sich beide Knie aufschlug, und riss ihr das Haar büschelweise aus.

Den beiden Söhnen ungefähr zehn Jahre alten Söhnen ging es den Vorwürfen nach kaum besser: Immer wieder Schläge gegen Gesäß und Beine, teils sogar mit dem Nudelholz, ein Sohn hat einmal eine blutende Wunde am Kopf, beide Söhne sollen zur Strafe länger auf einem Bein stehen haben müssen.

So hat die Familie das vor der Polizei angegeben, aber nicht am Freitag vor Gericht: Frau und Söhne machten von ihrem Entschlagungsrecht Gebrauch, sagten nicht aus. Nur so viel: Die Frau sagte, man habe sich versöhnt. Ein Sohn sagte: Der Papa ist jetzt anders.

Das Gericht sprach den Mann frei, nicht, weil es von seiner Unschuld überzeugt ist, heißt es in der Urteilsbegründung, sondern weil das Gericht die früheren Aussagen der Familie nicht verwerten darf und ihm deshalb die Hände gebunden sind. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.