Zahnambulatorien: Monatelange Wartezeiten

Der Ärztemangel sorgt bei den Zahnambulatorien der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) für teils mehrmonatige Wartezeiten. Schmerzpatienten würden sofort versorgt, heißt es von der VGKK - ansonsten ist mit Wartezeiten von drei Monaten zu rechnen.

Der Ärztemangel sorgt nicht nur in den Vorarlberger Krankenhäusern für Probleme: Auch die Gebietskrankenkasse hat schon seit Jahren Schwierigkeiten, Personal für ihre Zahnambulatorien zu finden. Denn in den Nachbarländern oder in einer eigenen Praxis sind die Einkommen ungleich höher. Eine Besserung ist nicht in Sicht - für die Patienten bedeutet dies, dass sie oft monatelang auf einen Termin im Zahnambulatorium warten müssen.

25.000 Schmerzpatienten im Jahr

Zwar können die jährlich etwa 25.000 Patienten mit akuten Zahnschmerzen in den drei Ambulatorien der Gebietskrankenkasse sofort behandelt werden. Auch für Zahnprothesen gibt es keine Verzögerungen, sagt Johannes Simma, stellvertretender Leiter der Vorarlberger Gebietskrankenkasse. Für Füllungen oder Wurzelbehandlungen müssen die Patienten aber eine Wartezeit von rund drei Monaten einplanen. Die Wartezeiten in Feldkirch seien etwas länger als in Bregenz, sagt Simma.

Neben den rund 25.000 Schmerzpatienten werden in den Ambulatorien noch über 10.000 Protesen angefertigt bzw. Protesenreperaturen vorgenommen. Zudem werden rund 30.000 konservierend-chirurgische Eingriffe wie Füllungen oder Wurzelbehandlungen durchgeführt.

Kieferregulierungen nicht mehr durchführbar

Kieferregulierungen können gar nicht mehr durchgeführt werden. Der Grund: Um die mindestens 2.300 Euro netto im Monat, die den Zahnärzten geboten werden, finden sich kaum deutschsprachige Bewerber, sagt Simma. Ausländische Ärzte bewerben sich zwar, allerdings könne man diese aufgrund von Sprachproblemen oft nicht anstellen.

Ehemalige Ambulatoriumsärzte mit eigenen Praxen

Mehr Geld dürfe man aber auch nicht bezahlen - das sei nach den Kollektivverträgen der Kassen nicht erlaubt, so Simma. Daher betreiben auch rund 20 aus dem Ausland stammende ehemalige Ambulatoriumsärzte inzwischen eigene Praxen, sagt Simma. Dort müssten die Ärzte zwar in der Regel länger arbeiten und hätten natürlich auch das unternehmerische Risiko - verdienen könne man im Vergleich zum Ambulatorium teilweise das „Fünf- bis Sechsfache“.

Momentan arbeiten 15 Zahnärzte in den drei Gebietskrankenkasse-Ambulatorien in Bregenz, Donbirn und Feldkirch. Das Ambulatorium in Bludenz wurde vor drei Jahren geschlossen.