Illspitz: Dammbruch bei Kraftwerks-Baustelle
Im Video zu sehen: Hansjörg Mathis (Projektleiter, Stadtwerke); Beitrag von Georg Fabjan, Holger Weitze, Ingo Hammerer
Der Zwischenfall ereignete sich am Dienstag gegen 23.30 Uhr bei Arbeiten zur Absicherung des Dammes durch Stahlprofile. Verletzt wurde nach Angaben der Stadtwerke Feldkirch niemand, auch die Maschinen und Geräte seien sicher verwahrt gewesen.

Stadtwerke Feldkirch
Das Hochwasser führte in der Nacht auf Mittwoch zu einem Dammbruch bei der Kraftwerks-Baustelle am Illspitz in Feldkirch.
Ursache für den Dammbruch waren starke Niederschläge über mehrere Stunden hinweg. Sie führten am Dienstagabend im Mündungsbereich der Ill zu einem starken Anstieg des Wasserpegels von zunächst 160 Kubikmetern je Sekunde auf bis zu 333 Kubikmeter je Sekunde gegen Mitternacht, wie Projektleiter Hansjörg Mathis (Stadtwerke Feldkirch) erläutert. Der linksufrig geschüttete Kiesdamm hielt diesem Druck nicht Stand und brach binnen Minuten auf einer Länge von ca. 40 Metern: Die Wassermassen spülten das gerade neu angelegte Bett des Spiersbaches weg. Dieser Bereich hatte aufgrund des schwierigen Untergrundes noch nicht mit Eisenprofilen befestigt werden können.

Stadt Feldkirch
Baustelle an der Spiersbachmündung vor dem Dammbruch.
Schaden „jenseits der hunderttausend Euro“
Durch das Hochwassereignis werden die Bauarbeiten im Bereich des künftigen Krafthauses um rund vier Wochen verzögert, erläutert Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Trefalt. Der Schaden läge „jenseits der hunderttausend Euro - vielleicht auch jenseits der zwei- bis dreihunderttausend Euro“. Da es sich aber beim zerstörten Bereich um ein Gebiet handle, wo die Bauarbeiten noch nicht richtig begonnen hätten, halte sich der Schaden in Grenzen. Drei Monate später wäre der Schaden deutlich höher ausgefallen, so Trefalt gegenüber Radio Vorarlberg.
Audio: Stadtwerke-Geschäftsführer Manfred Trefalt im Interview mit Rüdiger Wenk (Radio Vorarlberg)
Baustelle am rechten Illufer blieb verschont
Die Baustelle am rechten Illufer, wo die Fundamentierung der Wehranlagen im Gang ist, blieb vom Hochwasser verschont und kann wie geplant weiter betrieben werden.
Sobald der Wasserpegel sinkt, soll der Damm wieder aufgebaut und mit Spundwänden gesichert werden. Danach kann erneut ein Bett für den Spiersbach errichtet werden.

Stadtwerke Feldkirch
Projektleiter Hans Jörg Mathis, Bgm. Wilfried Berchtold, Stadtwerke-Referent Rainer Keckeis und Stadtwerke-Chef Manfred Trefalt machten sich am Mittwochvormittag ein Bild von der Lage am Illspitz.
Neues Kraftwerk bis Mai 2014
Das Kraftwerk „Illspitz“ soll bis Mai 2014 fertiggestellt sein und anschließend pro Jahr 26 Mio. kWh produzieren. Damit kann der durchschnittliche Jahresstrombedarf von 6.300 Haushalten abgedeckt werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 30 Mio. Euro - mehr dazu in Spatenstich für Kraftwerk Illspitz.
Publiziert am 10.10.2012

