Wohnen im Zentrum soll billiger werden
Baugründe sind knapp, weil Privatpersonen Böden horten, sagt Marina Hämmerle, Geschäftsführerin des Architekturinstitutes. Sie fordert, ebenso wie Architekt Carlo Baumschlager, ein Umdenken.
Bauen in den Zentren sollte billiger werden, verdeutlicht Hämmerle. Wer sich am Ortsrand ansiedle, müsste demnach tiefer in die Tasche greifen. Derzeit seien die Infrastrukturkosten unabhängig von unserem Verhalten. Die Förderrichtlinien oder Abgaben könnten sich jedoch auch nach dem Verursacherprinzip orientieren, regt Hämmerle an. Wer in der Stadt kaufe, teile sich die Infrastruktur mit vielen Menschen. Demnach müssten hier auch die Baukosten niedriger liegen, so Hämmerle.
Energieautonomie durch Verdichtung
Architekt Carlo Baumschlager ist der Meinung, dass Vorarlberg das Ziel der Energieautonomie nicht schaffen wird, wenn man nicht auch darüber redet, dass Grundstücke dichter bebaut werden sollen. Verdichtungen im Zentrum - in der Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten - würden viel mehr Sinn machen als Ausweitungen von Siedlungsgebieten in die wenigen Grünzonen, die es noch gebe. Das führe nämlich zu langen Wegen. Zudem müsste soziale und technische Infrastruktur für einen zahlenmäßig dünnen Bevölkerungsanteil zur Verfügung gestellt werden
Mehr zum Thema in „Kultur nach 6“
In „Kultur nach 6“ (ab 18.03 Uhr, Radio Vorarlberg) analysieren Architekten am Dienstag, warum sich Wohnbauten in Vorarlberg einfallslos ähneln und zeigen auf mit welchen Fragen wir uns in Zukunft beim Bauen beschäftigen müssen.
Publiziert am 09.10.2012

