Eine Mio. Euro für Casino-Pechvogel

Im Fall jenes Automatenspielers, der im März 2010 im Casino Bregenz einen Jackpot mit knapp 43 Mio. Euro knackte, gibt es nun eine außergerichtliche Einigung: Wie die Gratiszeitung „Heute“ spekuliert, soll der Schweizer eine Mio. Euro erhalten.

Der Fall des Schweizers Behar Merlaku machte in den vergangenen Monaten europaweit Schlagzeilen: Der Bodenleger bestand darauf, im März vergangenen Jahres an einem Automaten des Bregenzer Casinos den Jackpot geknackt und knapp 43 Millionen Euro gewonnen zu haben. Die Casinos Austria AG verweigerte aber die Auszahlung des Betrags und berief sich auf einen Softwarefehler.

500.000 Euro standen „nicht zur Diskussion“

Der Schadenersatzprozess am Landesgericht Feldkirch wurde im vergangenen Jänner unter riesigem Medieninteresse aufgenommen. Der Streitwert belief sich auf fünf Millionen Euro. Zu Prozessbeginn zeigten sich die beiden Parteien wenig kompromissbereit. Nach damaligen Angaben von Merlakus Anwalt Thomas Kerle bot die Casinos Austria AG seinem Mandanten in einem Vergleich 500.000 Euro, „dieser Betrag steht aber nicht zur Diskussion“, wie Kerle dezidiert feststellte. Beim zweiten Verhandlungstag im Juli wurde die Verhandlung nach wenigen Minuten erneut vertagt. Kerle und die Casinos Austria AG hatten sich vor Verhandlungsbeginn auf die Fortsetzung der Gespräche verständigt.

Flatz: „Verfahren wird nicht fortgesetzt“

In den darauffolgenden Monaten konnten sich die zwei Parteien offenbar auf einen Betrag einigen, der für beide Seiten akzeptabel ist. „Das Verfahren wird nicht fortgesetzt“, sagte Gerichtspressesprecher Reinhard Flatz auf eine entsprechende APA-Anfrage. Casinos-Austria-Sprecher Martin Himmelbauer äußerte sich nicht zu dem vereinbarten Betrag, der nach Recherchen der Tageszeitung „Heute“ bei einer Million Euro liegen soll.

„Ewiges Ruhen“ vereinbart

Rechtsanwalt Thomas Kerle wollte die Einigung mit der Casinos Austria AG auf APA-Anfrage nicht kommentieren. „Es wurde ewiges Ruhen vereinbart“, mehr könne und werde er dazu nicht sagen. Auch sein Schweizer Mandant Merlaku werde zu dem Thema keine Interviews geben, so der Rechtsanwalt. Zur kolportierten Einigungssumme von einer Million Euro äußerte sich Kerle ebenfalls nicht.

Ein Kurzfilm von Kerle, in dem die Casinos Austria AG auf breiter Front angegriffen wird und der wenige Tage vor der Prozessfortsetzung im Juli auftauchte, hatte für den Rechtsanwalt bisher kein Nachspiel. Es seien keine rechtlichen Schritte eingeleitet worden, sagte Kerle. Er hatte bereits im Juli betont, dass er das Video nur für einen kleinen Personenkreis erstellt habe und es von ihm nicht öffentlich gemacht worden sei. Die Causa sei für ihn damit erledigt.

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