Pensionistenverband verteidigt Wohlstand im Alter
Tausende Fragebögen hat der SPÖ-nahe Pensionistenverband nach eigenen Angaben an Menschen über 55 Jahren verschickt, 534 seien ausgefüllt zurückgekommen. Das Ergebnis zeigt, dass es den Vorarlberger Senioren relativ gut geht - die Lebenserwartung steigt. Jedoch gelte es zu berücksichtigen, das Menschen nur dann älter würden, wenn es beim Wohlstand keine Einschnitte gäbe, machte der Pensionistenverband am Montag deutlich.
Reihe an Forderungen präsentiert
Nicht erst seit der Krise leiden die Pensionisten an der sinkenden Kaufkraft - die Altersarmut steige, so der Pensionistenverband. Dessen Funktionäre präsentierten am Montag ein ganzes Bündel an Forderungen. So verlangen sie etwa steuerliche Absetzmöglichkeiten für ehrenamtlich Tätige, eine Besserstellung der Bezieher ausländischer Pensionen und einen Sitz für einen Pensionistenvertreter in der Landesgesundheitsplattform.
Lötsch: Zuschuss kommt nicht nur Pensionisten zugute
Ein Problem beim Wohlstand der älteren Generation sei, das er auf Pump finanziert werde, sagen manche Experten. Die Pensionsversicherungsbeiträge reichen nicht aus, um die Pensionen auszuzahlen, deshalb müsse der Bund Geld zuschießen: 10,2 Milliarden Euro waren es im Jahr 2011 - Geld, das die Jüngeren eines Tages zurückzahlen müssen. Hubert Lötsch, Landesgeschäftsführer des Pensionistenverbandes, will das so nicht gelten lassen: Mit diesem Geld würden auch Reha- und Pflegeleistungen sowie Leistungen zur Sicherung vor Armut und anderes mehr bezahlt - der Pensionszuschuss komme also nicht nur den Pensionisten zugute.
Lackner: Schluss mit dem „Generationenkonflikt“
Manfred Lackner, Sozialsprecher des Pensionistenverbandes, ruft dazu auf, das Gerede von einem Generationenkonflikt zu beenden. Denn gerade die jungen Leute würden dies mittlerweile glauben. Dabei würde gerade die „alte Generation“, die einen wesentlichen Teil in der Gesellschaft darstelle, viele Leistungen erbringen, die unbezahlt seien.
Manfred Lackner will nicht ausschließen, dass man mit 67 Jahren unter altersgerechten Bedingungen arbeiten könne. Woher die Arbeitsplätze aber kommen sollen, das würden die Experten „immer geflissentlich“ auslassen.
Publiziert am 08.10.2012

