ELGA: Gemischte Reaktionen aus Vorarlberg

Nach jahrelangem Hin und Her wird es nun doch ernst mit der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) und VGKK-Obmann Manfred Brunner sehen das positiv. Kritisch ist nach wie vor die Ärztekammer.

SPÖ und ÖVP haben sich auf Bundesebene nach langem Tauziehen auf einen Gesetzesentwurf geeinigt, der am Dienstag im Ministerrat beschlossen werden soll. Das Gesetz soll wie geplant 2013 in Kraft treten. Für Patienten soll die elektronische Erfassung freiwillig seinm wenn sie nicht teilnehmen wollen, können sie sich dagegen aussprechen. Die Ärzte hingegen werden verpflichtet - sie sollen aber bei der Anschaffung von notwendigen Investitionen - etwa in Computersysteme - finanziell unterstützt werden.

Im Vorfeld der ELGA wurde von verschiedensten Seiten Kritik laut: Ärzte ärgerten sich über den befürchteten Mehraufwand - Datenschützer stellten die Sicherheit der Patientenakten in Frage.

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Was bringt ELGA den Patienten?
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„Sicherstes System, das es derzeit gibt“

Es ist an der Zeit, bei der elektronischen Erfassung von Gesundheitsdaten voranzukommen, sagt Gesundheitslandesrat Christian Bernhard. Privat sei der Großteil der Bevölkerung schließlich schon deutlich moderner aufgestellt, als es die Krankenakten sind.

Das neue ELGA-System sei das sicherste, das es derzeit gebe - das habe Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) bei einer Tagung vergangene Woche versichert, so Bernhard. Für die Patienten sieht er viele Vorteile: Wenn sich ein Arzt schnell über die bisherige Krankengeschichte informieren kann, sei das sinnvoll und gut. Natürlich aber sei höchste Datensicherheit ein Muss. Für die Ärzte hoffe er, dass der befürchtete Mehraufwand ausbleibt. Es sei geplant, eine EDV-Lösung anzubieten, die in der täglichen Arbeit gut verwendet werden kann.

Brunner: „Geht um Patientensicherheit“

Erwartungsgemäß positiv sieht GKK-Obmann Manfred Brunner die ELGA-Einführung. Doppelbefunde und Mehrfachuntersuchungen könnten künftig verhindert werden. Das erhöhe die Effizienz und bringe Geld für andere, wichtigere Kanäle - zum Beispiel für neue Medikamente oder neue Diagnose- und Operationsmethoden. Im Mittelpunkt stehe aber die Patientensicherheit - so sollen laut Brunner als erstes alle verabreichten Medikamente verzeichnet werden, damit Apotheker auf allfällige Wechselwirkungen reagieren können.

Ärztekammer: „Argumente nicht berücksichtigt“

Kritisch eingestellt ist nach wie vor die Ärztekammer. Laut Präsident Michael Jonas sind die Argumente der Ärzte nicht in den Gesetzesentwurf eingegangen. Die ELGA sollte für Patienten und Ärzte freiwillig sein. Komme der Entwurf so, wie es derzeit aussieht, müsse der Patient bei jedem einzelnen Arztbesuch sagen, er wolle nicht dabei sein. Auch künftige Innovationen in Datenschutz und praktikable Computerlösungen seien nicht garantiert, kritisiert Jonas.

Link:

SPÖ und ÖVP bei ELGA einig