Hofer-Grundstück: Konflikt mit dem Nachbarn

Neben dem politischen Streit über die Umwidmung eines Grundstückes in Lustenau gibt es nun einen weiteren Konflikt: Der Besitzer des Nachbargrundstücks von ÖVP-Klubdirektor Albert Hofer wollte bauen, darf aber nicht. Er gibt Hofer Mitschuld.

Die Familie Hämmerle will neben dem neu erworbenen Grundstück von Albert Hofer ein Einfamilienhaus bauen. Die Bauverhandlung hat vergangenes Jahr im Dezember stattgefunden. Es sei alles in Ordnung gewesen, hieß es vom Verhandlungsführer.

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Im Video zu sehen: Norbert Hämmerle (Besitzer des Nachbargrundstücks von Albert Hofer), Albert Hofer (ÖVP-Wohnbausprecher), Kurt Fischer (Bürgermeister Lustenau); Beitrag von Stefan Krobath, Holger Weitze, Roland Weber

Straßenverlängerung als Enteignungsgrund

Doch zwei Wochen später kam plötzlich ein Bescheid der Gemeinde, dass das Bauvorhaben ausgesetzt sei. Der Grund: Ein Enteignungsverfahren dieses Teiles des Grundstücks der Familie Hämmerle. Die Gemeinde will hier nämlich schon seit Jahren die Straße verlängern - über das Grundstück der Familie Hämmerle und auf Betreiben von Albert Hofer, so der Vorwurf von Bauherr Norbert Hämmerle. Hofer hätte damals einen Vorteil vom Durchstich der Straße gehabt, erläutert Hämmerle. Der ÖVP-Politiker habe zu ihm persönlich gesagt, er würde die Bagger auffahren lassen.

Hofer sei ein Initiator des Vorhabens, ist Hämmerle überzeugt. Denn der Hauptteil der Anrainer habe sich mit einer Unterschriftenliste gegen einen Durchstich ausgesprochen. Trotzdem halte die Gemeinde an diesem Vorhaben fest. „Für mich ist das ein Schlag inst Gesicht der Demokratie“, so Hämmerle.

Gutachten in Sachen Ortsbildverträglichkeit

Die Akten liegen nun beim Verwaltungsgerichtshof. Der Hausbau der Familie Hämmerle könnte sich aber auch noch aus einem anderen Grund anders gestalten, als gewünscht. Die Gemeinde hat nämlich ein Gutachten in Sachen Ortsbildverträglichkeit in Auftrag gegeben.

Albert Hofer habe sich darüber beschwert, dass das geplante Haus zu hoch sei. Es werfe zu viel Schatten auf sein Grundstück. Man könne es doch durch ein Flachdach niedriger bauen. Das sei jedoch nicht möglich, meint Norbert Hämmerle. Es passe nicht zum Konzept des Hauses.

Politische Motive dementiert

Dass es hier zu einem politisch gesteuerten Gutachten komme, was Herr Hämmerle vermutet, wird im Rathaus und auch von Albert Hofer auf das heftigste dementiert.

„Aus öffentlicher Sicht sollte das die Gemeinde entscheiden und hat mit mir überhaupt nichts zu tun“, sagt Hofer. Er müsse aber zugeben, dass er mit der Höhe des Hauses von 9,50 Metern, die an diesem Ort seit Jahrzehnten nicht mehr üblich sei, keine Freude habe.

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