Forderung: Höhere Gehälter im privaten Gesundheitsbereich
Nach langem Hin und Her ist im Sommer die Gehaltsreform für die 3.500 Beschäftigten in den öffentlichen Krankenanstalten beschlossen worden. Der bessere Verdienst für die dort Angestellten wird auch von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) begrüßt. Allerdings haben die Gewerkschafter in einer Pressekonferenz auf ein großes Aber aufmerksam gemacht: Die Beschäftigten in den Privaten Sozial- und Gesundheitsorganisationen verdienen viel weniger. Das gehe so nicht weiter, sagt die Gewerkschaft und präsentiert einen Forderungskatalog.
Über 4.000 Betroffene
4.400 Beschäftigte sind laut Willy Oss von der GPA betroffen: Sozialarbeiter, die etwa bei Caritas, IfS oder Lebenshilfe arbeiten; Pflegekräfte, die bei Benevit, Senecura oder für die Krankenpflegevereine arbeiten; weiters Jugendarbeiter, die etwa für die Stiftung Jupident oder das Vorarlberger Kinderdorf tätig sind.
Nach Angaben der Gewerkschaft verdienen diese Menschen in eklatantem Maß weniger als Menschen in vergleichbaren Berufen in den öffentlichen Krankenanstalten. Ein Pflegehelfer verdient bei den Privaten um mindestens 4.200 Euro pro Jahr weniger, eine diplomierte Pflegekraft verdient bei den Privaten um mindestens 7.200 Euro weniger; bei einem Sozialarbeiter beträgt der Gehaltsunterschied gar mindestens 9.800 Euro pro Jahr.
„Zum Leben braucht man Geld“
Das Argument der Arbeitgeber, sie würden mehr zahlen als im Kollektivvertrag vorgesehen, weist Bernhard Heinzle von der GPA zurück: Man wisse aus Betriebsräteerhebungen, dass das nicht stimme. Wenn doch, so bitte man die Arbeitgeber, die Gehälter offenzulegen. Außerdem sei es zwar wahr, dass ein sicherer Arbeitsplatz und Wertschätzung sehr wichtig seien, aber das Leben finanzieren könne man eben doch nur mit Geld.
Und Heinzle meint weiter: Wenn man im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich in fünf Jahren 50.000 Euro weniger verdiene, dann stelle man sich doch die Frage, warum man dort arbeiten und nicht in die Schweiz oder nach Liechtenstein gehen solle.
Forderung nach Mindestlohn von 1.500 Euro
In diesem Sinne fordert die Gewerkschaft unter anderem: Die Beschäftigten in diesen privaten Organisationen müssen gleich viel kriegen wie die in den öffentlichen Anstalten, ein Mindestlohn von 1.500 Euro muss her. Und, wie Heinzle sagt: Die Gewerkschaft der Privatangestellten in Vorarlberg sei dafür bekannt, ihre Ziele zu erreichen.
Publiziert am 02.10.2012

