176 Anzeigen wegen illegaler Beschäftigung
15 Finanzpolizisten sind in Vorarlberg im Einsatz, um Abgabenhinterziehungen aller Art aufzuspüren. Sie sind Teil der Betrugsbekämpfungseinheit des Finanzministeriums und bekämpfen unter anderem Schwarzarbeit, Sozialbetrug, Lohndumping oder illegales Glücksspiel.
Nun liegt der Halbjahresbericht der Finanzpolizei für Vorarlberg vor, der zeigt: Auch hierzulande gab es einige schwarze Schafe.
176 illegal Beschäftigte, 100 nicht gemeldete Personen
Von Jänner bis Juni haben die Finanzpolizisten in Vorarlberg insgesamt 350 Betriebe und 1.000 Arbeitnehmer kontrolliert. 176 Personen, die illegal beschäftigt waren, wurden angezeigt. Zudem haben die Polizisten über hundert nicht vor Arbeitsantritt gemeldete Personen festgestellt.
Illegales Glücksspiel: Rund 50 Strafanzeigen
Die Finanzpolizei versucht aber auch, illegales Glücksspiel im Land aufzudecken. In diesem Bereich wurden 20 Kontrollen durchgeführt. Seit Beginn des Jahres hat die Polizei insgesamt mehr als 50 Glücksspielgeräte durch die Finanzpolizei aus dem Verkehr gezogen sowie fast 50 Strafanzeigen bzw. Strafandrohungen verhängt. Die Strafen betragen bis 22.000 Euro.
Die Hinweise zu einschlägigen Glücksspiellokalen kommen immer öfter von Betroffenen des Glücksspiels. Oft sind es nach Angaben des Finanzministeriums aufmerksame Bürger, aber auch verzweifelte Ehefrauen, deren Männer bereits am Anfang des Monats das ganze Geld verspielt haben und die sich nicht mehr anders zu helfen wissen.
Lohndumping in Skischule aufgedeckt
Die Finanzpolizei führt zudem in jeder gewerblichen Branche Erhebungen durch. Bei der Kontrolle einer Skischule am Arlberg, wurde ein massives Lohndumping aufgedeckt: Über 85.000 Euro wurden an Strafen bei der Gebietskrankenkasse beantragt.
Vier illegal Beschäftigte im Rotlichtmillieu
Auch im Rotlichtmilieu sind die Finanzpolizisten im Einsatz. So wurden in einem heimlich betriebenen Bordell im Bezirk Feldkirch vier illegal beschäftigte ausländische Arbeitnehmer gefasst sowie vier Übertretungen nach dem ASVG festgestellt.
Reinigungsarbeiten durch polnisches Personal
Bei einem der jüngsten Einsätze - der Kontrolle eines Campingplatzes im Raum Feldkirch aufgrund des Verdachts der organisierten Schwarzarbeit - deckte die Finanzpolizei besonders findige Betrüger auf: So wurden die Reinigungsarbeiten durch ständig wechselnde polnische Staatsbürger durchgeführt. Die Sozialbetrugsermittlungen zogen Hausdurchsuchung bei den Beschuldigten nach sich. Den Betrügern drohen strafrechtliche Konsequenzen sowie hohe Nachforderungen der Sozialversicherung und Lohnsteuer.
Positive Wirkung durch starke Präsenz
Wie Rainer Ziesel, Stabsstellenleiter der Finanzpolizei Region West, ausführt, wirke sich die starke Präsenz der Finanzverwaltung und das gleichzeitig immer größer werdende Interesse der Medien und der Bevölkerung an der Arbeit der Finanzpolizei positiv aus. Betrugsbekämpfung bedeute mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit sowie mehr Schutz für die heimische Wirtschaft.
Link:
- Finanzpolizei zeigte 400 Fahrzeuglenker an (vorarlberg.ORF.at, 28.9.2012)
Publiziert am 29.09.2012

