Warnung vor freiem Spitalsambulanz-Zugang
Das Gesundheitssystem sei in der derzeitigen Form nicht mehr dauerhaft finanzierbar, warnt die Vorarlberger Ärztekammer. Wenn es nicht wesentlich mehr Geld gebe, müsse der freie Zugang der Patienten in die Spitalsambulanzen gestoppt werden. Denn die „Supermarktmentalität“ vieler Patienten, sich Gesundheitsleistungen jederzeit überall zu besorgen, führe zu einem Versagen des Systems, warnt der Vorarlberger Ärztekammerpräsident Michael Jonas.
Die Inanspruchnahme der Ambulanz - ohne Notfall und Überweisung - sei ein „Unding“ und irrisinnig teuer. Es koste Personalressourcen, die eigentlich auf der Station gebraucht würden. Es müsse einfach Regeln geben, denn die derzeitige Situation führe zum Kollaps der ärztlichen Versorgung, warnt Jonas.
Jonas: Öffnungszeiten der Arztpraxen verlängern
Rund 80 Prozent der Behandlungen könnten ohne Probleme beim Hausarzt durchgeführt werden, so der Ärztekammerpräsident. Dafür sollten auch durch neue Modelle die Öffnungszeiten der Arztpraxen verlängert werden.
Außerdem fordert die Ärztekammer mehr Mediziner-Ausbildung bei Hausärzten und mehr Studienplätze für Medizinstudenten. Dass wie derzeit in Vorarlberg 24 Turnus-Ausbildungsplätze für Mediziner in den Spitälern mangels Bewerbern nicht besetzt werden können, bringe eine große Mehrbelastung für die restlichen Ärzte und zeige, wie kritisch die Situation schon sei.
Erster Gesundheitsgipfel mit Politikern und Experten
Am Donnerstagabend besprechen die Ärzte diese Fragen im Rahmen eines Gesundheitsgipfels mit Politikern und anderen Experten.
Publiziert am 27.09.2012

