Erneut fragwürdiges Testament unter der Lupe

Nach den Urteilen im Testamentsfälscher-Prozess beschäftigen noch weitere zweifelhafte Erbschaften die Ermittler. Derzeit untersucht die Staatsanwaltschaft den Fall einer Lustenauerin, die als Sachwalterin das Vermögen eines pflegebedürftigen Mannes geerbt hat.

Die Krankenschwester hatte sich dem alten und stark pflegebedürftigen Mann als Sachwalterin angeboten. Nur acht Tage später schien sie bereits in seinem Testament als Alleinerbin auf. Dieses Testament deponierte die Krankenschwester beim Bezirksgericht Dornbirn. Nach dem Tod des Mannes erbte sie das gesamte Vermögen, obwohl der Mann gute Freunde und sogar mehrere Halbbrüder hatte.

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Im Video zu sehen: Renate Gayer, Rosemarie Lang, Helmut Gayer; Beitrag von Gernot Hämmerle, Manfred Abel, Joachim Mark

Zeugenaussagen belasten die Krankenschwester

Aussagen von mehreren Bekannten aus dem Umfeld lassen die Erbschaft dubios erscheinen. Sie haben übereinstimmend berichtet, dass die Sachwalterin offenbar von Anfang an hauptsächlich am Vermögen des Mannes interessiert gewesen sein soll. Sparbücher und Schmuck habe sie nach den Zeugenaussagen gleich an sich genommen und sehr darauf geachtet, dass der Mann nicht zu viel Geld ausgibt. Immer wieder habe sie dem Mann mit dem Heim gedroht, vor dem er sich sehr gefürchtet hatte.

Staatsanwaltschaft ermittelt: Zu Erbschaft gedrängt?

Auch wenn die Unterschrift auf dem Testament echt zu sein scheint, bleibt offen, ob der Verstorbene zu etwas gedrängt wurde. Strafrechtlich ist es diesbezüglich schwierig, etwas etwas Relevantes nachzuweisen, da Erbschleicherei in Österreich nicht strafbar ist.

Zudem gibt es in Österreich kein Gesetz, das familienfremden Sachwaltern verbietet, etwas zu erben. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch ermittelt dennoch, ob im Fall Auer alles rechtens war.