„Gehaltsreform für Ärzte allein reicht nicht“

Um die Abwanderung junger Ärzte ins Ausland zu verhindern, bekommen Spitalsärzte 20 Prozent mehr Geld. Der Gesundheitsexperte und Journalist Martin Rümmele glaubt, dass dieses Ziel nicht erreicht wird: Geld allein mache nicht glücklich.

Es gebe eine Umfrage unter Studierenden mit guten Noten an der Medizinischen Universität Wien, erklärte der Vorarlberger Rümmele, von denen planen acht von zehn ins Ausland zu gehen und nur zwei bleiben in Österreich. Da gehe es nicht ums Geld. Man müsse sich das Gesamtsystem anschauen und hier vor allem die Ausbildungssituation der jungen Ärzte: Drei Jahre Turnus, danach beginne erst die Facharztausbildung.

„Was machen Ärzte während des Turnus?“

Die Frage sei, wozu die jungen Ärzte während des Turnus eingesetzt würden. Ob sie für administrative Tätigkeiten eingesetzt würden oder, ob sie auch was lernen in der Zeit. Das sei gerade für junge Ärzte eine ganz entscheidende Frage, wie auch die Arbeitsbedingungen. „Geld spielt sicherlich eine Rolle, aber ist es nicht allein“, so Rümmele.

Die Ärztekammer hat die Gehaltsreform kritisiert: Nur junge Ärzte würden berücksichtigt, während der Mittelbau, die wichtigen Fachkräfte, auf der Strecke bleiben würden. Rümmele meinte dazu, dass die Ärzte, die abwandern wollen, es auch schon getan hätten. Die Ärzte, die in Österreich bleiben, machen dies aus den unterschiedlichsten Gründen. Es könne aber durchaus sein, dass sie jetzt auch mehr Gehalt verlangen.

„Vorarlberg braucht eine Ausbildungsreform“

In Vorarlberg brauche es dringend eine Ausbildungsreform, so Rümmele. Hier können die Länder selber was tun. Außerdem brauche es zusätzliches Personal. Dem bestehenden Personal mehr zu zahlen, werde allein nicht reichen.

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