Land startet Männer-Beratungsplattform

Eine Männerplattform im Internet bietet seit kurzem Information und Beratung für spezifische Männerprobleme. 40.000 Euro ließ sich das Land die Beratungsplattform kosten. Die Männerpartei ist unzufrieden und fordert ein eigenes Männerreferat sowie mehr Geld.

Die Plattform ist zweigleisig aufgebaut. Eine Schiene ist die Information über männerspezifische Themen. Dabei wurde besonderer Wert auf die weltanschauliche Vielfalt der Beiträge gelegt, denn hinter den Informationen stehen Fachleute verschiedenster Institutionen - etwa der Caritas, des Instituts für Sozialdienste oder des Ehe- und Familienzentrums der Diözese.

Erstberatung ist anonym möglich

Die zweite Schiene ist die Beratung. Nach Erstabklärung der auch anonym möglichen E-mail-Anfragen achte man darauf, die Betroffenen an die richtige Beratungsstelle weiterzuverweisen, so Bernhard Fuchs vom Institut für Sozialdienste. Die niederschwelligen Beratungsangebote sind für die Betroffenen gratis.

Keine Konkurrenzaktion zur Männerpartei

Soziallandesrätin Greti Schmid (ÖVP) sieht in der Beratungsplattform keine Mobilmachung der ÖVP gegen Väterplattformen und Männerparteien. Die Pläne für das neue Angebot habe man schon lange gewälzt. Der niederschwellige Zugang zu Informationen sei wichtig und notwendig gewesen.

Männerpartei unzufrieden

Der Landesvorsitzende der Männerpartei, Hannes Hausbichler, ist mit der Neueinführung nicht zufrieden. Es sei zwar gut, dass das Land endlich einmal an die Männer gedacht habe, allerdings erhielten etwa Beratungseinrichtungen für Frauen mehrfach sechsstellige Jahresbeträge. Allein das „Femail“ bekomme 240.000 Euro. Bei „Vordermann“ hingegen sehe es so aus, als ob IfS-Angestellten nebenbei die Männerberatung aufs Auge gedrückt werde, so Hausbichler.

Forderungen der Männerpartei:
- Zuteilung von Männeranliegen an einen Landesrat
- Einrichtung eines Männerreferats
- eigenständige und unabhängige Männerberatung mit mind. 240.000 Euro Jahresbudget
- Männersituationsbericht

„Das heutzutage ausufernde Thema ‚Besuchsverweigerung‘ wird auf der Homepage mit dem Hinweis auf das Besuchscafé abgespeist, welches nur eine notdürftige Maßnahme sein darf“, sagt Hausbichler. Die Lösung, die Durchsetzung des Besuchsrechts, werde Vätern verschwiegen. Zudem sieht Hausbichler in den IfS-Beratern keine objektiven Gesprächspartner. Viele Männer empfinden das IfS als „völlig auf Seiten der Frauen stehen“.

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