Betrüger ergaunern zehntausende Euro
Es gab schon Betrugsfälle mit einem Schaden von bis zu 15.000 Euro, sagt Herbert Humpeler vom Landeskriminalamt. Der Täter habe eine Angestellte in einer Vertriebsstelle für Wertbons angerufen und vorgegeben, dass er eine Systemüberprüfung machen müsse. Dazu brauche er die Codes von Wertbons.
Massive Drohungen gegen Angestellte
Als die Angestellte sich zunächst geweigert habe, wurde sie von dem Anrufer massiv unter Druck gesetzt. Er habe ihr gedroht, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren könnte. Wenn die Codes dann preisgegeben sind, werden die Beträge sofort im Internet umgesetzt. Diese Vorgangsweise habe sich inzwischen herumgesprochen, sagt Humpeler. Es gebe viele Trittbrettfahrer, die sich auf diese Art illegalerweise Geld verschaffen.
Auch Privatpersonen finden sich unter den Opfern. Manche lassen sich auch von einer seriösen Telefonnummer täuschen, die auf dem Display angezeigt wird, sagt Humpeler. Im Großraum Bregenz seien Fälle aufgetreten, in denen die Täter in die Vertriebsstellen für Wertbons kamen und die Codes fotografierten, die Beträge wurden von den Tätern umgehend im Internet verwertet. Die Polizei rät dringend davon ab, Identifiktions- oder Zugangscodes am Telefon oder im Internet gegenüber unbekannten Personen preiszugeben.
Präventionstipps des Landeskriminalamtes
Für Verkaufsstellen:
- Mitarbeiter der Wertbon-Unternehmen verlangen niemals die Bekanntgabe von Pincodes - also geben Sie solche Codes niemals telefonisch bekannt.
- Lassen Sie sich von Anrufern niemals unter Druck setzen und beenden Sie bei Betrugsverdacht sofort das Gespräch.
- Verhindern Sie, dass Wertbons vor der Bezahlung abgelesen oder fotografiert werden können!
- Falls ein Kunde den ausgedruckten Wertbon nicht sofort bezahlt und vorgibt, zuerst Geld holen zu müssen, veranlassen Sie die sofortige Sperre des ausgedruckten Codes beim Unternehmen. Lassen Sie für die Sperre keine unnötige Zeit verstreichen!
- Halten Sie die 24-Stunden Service Nummer des Unternehmens griffbereit oder speichern Sie diese im Telefon. Verständigen Sie bei Betrugsverdacht sofort Ihre Vorgesetzten und die Polizei.
Für Privatpersonen:
- Glauben Sie nicht jedem Gewinnversprechen, auch wenn es noch so verlockend klingt. Sie können nur gewinnen, wenn Sie auch mitgespielt haben - kein Unternehmen verschenkt grundlos Geld.
- Seriöse Glücksspielunternehmen verlangen keinerlei Vorauskasse, schon gar nicht mittels Wertbons.
- Anwalts- oder Notariatskanzleien rufen niemals bei unbekannten Personen an, um einen Pin-Code zu überprüfen.
- Die auf Ihrem Telefondisplay aufscheinende Nummer kann technisch falsch generiert worden sein - wiegen Sie sich deshalb nicht in Sicherheit, wenn Ihnen angeboten wird, dass Sie die im Display angezeigte Nummer zurückrufen können.
Publiziert am 21.09.2012

