Teure Autos trotz hoher Treibstoffkosten
Verkehrsmittel intelligent kombinieren - das ist das Motto der diesjährigen Mobilitätswoche, die gemeinsam von Land, Verkehrsverbund, Energieinstitut und Klimabündnis veranstaltet wird. Der Bedarf für diese Aktionswoche ist groß. Trotz steigender Treibstoffpreise nimmt die Zahl der Pkw-Neuzulassungen ständig zu. Um die Verkehrsmengen bewältigen zu können, werden neue Straßen gebaut. Die sorgen wiederum dafür, dass das Verkehrsaufkommen weiter steige, sagte Verkehrsplaner Müller. Er war bereits an zahlreichen Mobilitätsprojekten in Vorarlberg beteiligt. Eine nachhaltige Änderung könnten nur die Verkehrsteilnehmer selbst herbeiführen.
„Verkehrsteilnehmer widersprechen Grundprinzip“
Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer widerspreche einem Grundprinzip, sagte Müller, nämlich dem der Wirtschaftlichkeit. Die ständig steigenden Erdölpreise, die beim Thema Heizen bitterlich beklagt werden, spielen bei der Mobilität offenbar keine Rolle. In den Motorisierungsprognosen der letzten 30 Jahre sei man immer davon ausgegangen, dass die Kurven nach oben abflachen. Aber wenn man diese Kurven zusammensetze, komme komme man darauf, dass das Verkehrsaufkommen sich nie abgeflacht habe. Die Überlagerung all dieser Kurven zeige ein ungehindertes Wachstum des Verkehrs.
„Das Verkehrsproblem löst sich nicht von selbst“
Derzeit könne man auch nicht davon ausgehen, dass sich dass Verkehrsproblem weltweit von selbst lösen würde, weil ein Kollaps bevorstünde. Der Automobilhersteller Ford rechnet etwa damit, dass in den nächsten acht Jahren bis zu vier Milliarden Fahrzeuge auf der Erde unterwegs sind. Derzeit sind es 1,2 Milliarden. Großes Potenzial gibt es aus Sicht der Autoproduzenten in Indien und China. Die Folgen seien heute nicht abschätzbar, sagt Müller. Er sei sehr gespannt darauf, ob man dort den gleichen falschen Weg beschreiten werde wie bei uns: „Es sieht im Moment alles danach aus“, so Müller.
Experte sieht E-Mobile nicht als Lösung
Hannes Müller sieht die Erwartungen in elektrische Autos als überzogen an. Sie würden zwar zu einer Verringerung der Schadstoffemissionen führen, entscheidend sei aber, ob sich das Verkehrsverhalten ändere.
Derzeit seien Elektromobile nur in sehr beschränktem Umfang auf dem Markt, bis zur Umrüstung einer Flotte werde es mehrere Jahrzehnte dauern. Vielleicht würden sich viele Menschen ein Elektroauto als Zweit- oder Drittwagen anschaffen, aber grundsätzlich werde sich das Verkehrsgeschehen kaum verändern, prophezeit Müller.
Links:
- Neues Infosystem für Elektroautos erprobt (vorarlberg.ORF.at; 13.9.2012)
- VCÖ erwartet mehr E-Mobilität auf dem Land (vorarlberg.ORF.at; 10.2.2012)
Publiziert am 18.09.2012

