Alkoholisierter Mann von Zug erfasst
Nach Angaben der Polizei ragte der Oberkörper des Mannes aus Rankweil teilweise über die Bahnsteigkante Richtung Gleis hinaus. Dazu, warum er sich dort befand, habe er unterschiedliche Aussagen gemacht, etwa, dass er sich ausruhen habe wollen oder dass er auf einen zuvor vorbeifahrenden Zug habe aufspringen wollen, da er aus Versehen eine Haltestelle zu früh ausgestiegen war.
Der Schnellzug, der den Mann erfasste, fuhr mit etwa 50 bis 60 km/h Richtung Oberland, konnte aber trotz sofort eingeleiteter Notbremsung nicht mehr anhalten. Erlaubt wären an dieser Stelle 120 km/h, der Lokführer fuhr aber wegen eines vor ihm fahrenden Zuges langsamer.
Mann konnte sich selbst befreien
Der Zug streifte den auf der Bahnsteigkante liegenden Mann und verletzte ihn am Rücken und der Hüfte. Der Lokführer setzte sofort einen Notruf ab, traute sich aber aus Angst vor dem Anblick des erfassten Mannes kaum auszusteigen. Doch zu seiner Überraschung und Erleichterung sah er dann, wie sich die Beine bewegten.
Der Mann konnte sich nach dem Unfall selbst aus seiner Lage zwsichen Gleis und Bahnsteig Zug befreien und zurück auf den Bahnsteig klettern. Der Verletzte war zwar ansprechbar, konnte aber keine näheren Angaben zum Hergang machen. Der Mann wurde vor Ort vom Roten Kreuz und dem Notarzt versorgt und mit unbestimmtem Verletzungsgrad in das LKH Feldkirch eingeliefert.
Entgegen erster Angaben wurde er offenbar nicht allzu schwer verletzt. Er erlitt Verletzungen am Rücken und der Hüfte.
Bericht an Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft erhält von der Polizei einen Bericht zur strafrechtlichen Beurteilung. Nach Angaben der Polizei könnte es auch zivilrechtliche Ansprüche der ÖBB geben, weil das Gleis aufgrund des Unfalls sehr lange gesperrt war und andere Züge sich verspäteten.
Im Zug befanden sich keine Passagiere, da es sich nur um eine Überstellungsfahrt handelte.
Publiziert am 15.09.2012

