Neue Leiterin im Finanzamt Bregenz
Mit Brigitte Metzler schafft es die erste Frau in eine Top-Position in der Finanzverwaltung. Die 51-jährige Juristin wurde am Mittwoch zur neuen Leiterin des Finanzamtes Bregenz bestellt. Sie ist Chefin über 120 MitarbeiterInnen.
Frauen bewerben sich selten
Brigitte Metzler arbeitet seit 27 Jahren in der Finanzverwaltung in Feldkirch. Hier war sie zuletzt Fachvorständin des Bereiches Einkommenssteuer. Im Finanzamt Feldkirch liege der Frauenanteil zwar bei 60 Prozent, doch nur wenige ihrer Kolleginnen strebten Führungspositionen an, bedauert Metzler. Zum Teil lehnten Frauen Leitungsfunktionen wegen Kinderbetreuungspflichten ab. Frauen bewerben sich kaum aus Eigeninitiative, sondern müssen aufgefordert werden, so Metzler.
Brigitte Metzler erzählt, am Beginn ihrer Laufbahn, vor mehr als 20 Jahren sei sie eine „Novität“ im Finanzamt Feldkirch gewesen. Damals habe sie als eine der ersten Akademikerin in einer Männerdomäne begonnen. In der Finanzverwaltung kamen deshalb Männer zum Zug, weil auch das Jus-Studium damals männlich dominiert gewesen sei. Bei der Besetzung von Leitungsfunktionen wären Männer wegen des Erfahrungsvorsprungs vorgezogen worden. Nun sei die Zeit gekommen, in der auch eine Frau über jahrzehntelange Erfahrung verfüge, wodurch eine Bewerbung möglich geworden sei.
Keine Zusammenlegung der Finanzämter
Vorarlbergs Steuerpflichtige sind auf die beiden Finanzämter Bregenz und Feldkirch verteilt. Metzler ist überzeugt, eine Zusammenlegung wäre nicht im Sinne der Steuerpflichtigen. Dabei würde ein riesiges Finanzamt enstehen. In Feldkirch sind 240 Mitarbeiter beschäftigt, in Bregenz 120. Im Bereich Kundenservice wäre ein riesiges Amt ein Nachteil, meint Metzler.
Online-Erklärungen sind unverzichtbar
Seit ein paar Jahren kann die Steuererklärung online erledigt werden. Das habe sowohl für die Finanzverwaltung als auch für die Kunden Vorteile gebracht, so Metzler. Besonders junge Menschen nützten das online-Angebot. Die eingehenden Steuererklärungen müssten in Finanzämtern nicht mehr händisch eingetragen und abgetippt werden - was zur wesentlichen Erleichterung der Arbeit der Finanzverwaltung beigetragen habe. Brigitte Metzler verspricht, sie werde in erster Linie dafür sorgen, dass bei Steuerbescheiden durch geschickten Personaleinsatz möglichst kaum Verzögerungen eintreten.
Publiziert am 12.09.2012

