Karikatur: Zwist in der FPÖ geht weiter
Egger wollte am Montag gegenüber Radio Vorarlberg keine Antwort darauf geben, woran er selbst beim Anblick der umstrittenen Karikatur gedacht hatte. Strache hatte vor drei Wochen auf seiner Facebookseite eine Karikatur gepostet, die im Stil an die Propaganda der nationalsozialistischen Zeit angelehnt war. Egger meinte dazu lediglich, Strache habe sich von jeglicher Form von Antisemitismus distanziert, und bekräftigt das auch in „Vorarlberg heute“. Diese Einstellung bringt Egger nun Kritik ein.
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Karikaturen seien gefährlich, da sie überspitzt seien und eine ungewollte Wirkung erzeugen könnten. Strache habe nur das Bankensystem kritisieren wollen, ist Egger überzeugt.
Egger zu Gast bei „Neues bei Neustädter“
Dieter Egger ist am 12.9.2012 ab 13.00 Uhr zu Gast bei „Neues bei Neustädter“. Sie können ihm unter 05572/3830 Ihre Fragen stellen.
Bei seiner Aussage, Bürgermeister Burkhard Wachter sei nicht mehr bei der FPÖ, habe er sich geirrt, sagt Egger. Er werde den Kontakt zu Wachter suchen. Kritische Stimmen seien bei der FPÖ erwünscht, allerdings intern.
Bürgermeister Wachter plant Parteiaustritt
Der Vandanser FPÖ-Bürgermeister Burkhard Wachter übt wie schon am Montag scharfe Kritik an Eggers Haltung. Man müsse sich von untragbaren Aussagen einfach distanzieren, sagt er.
Er sei, entgegen anderslautender Aussagen Eggers, immer noch FPÖ-Mitglied. Es falle ihm aber immer schwerer, er habe immer mehr das Gefühl, das sei nicht mehr seine politische Heimat, und er glaube, nun sei die Zeit gekommen, wo er aus der Partei zurücktreten werde.
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Video: Burkhard Wachter im Gespräch mit ORF-Redakteur Bernhard Stadler
Kinz: „Kann nichts Antisemitisches erkennen“
Auch die FPÖ-Stadtparteiobfrau von Bregenz, Andrea Kinz, hat sich Dienstag zu Wort gemeldet. Sie bestätigt, dass sie von der Organisation „SOS Mitmensch“ angerufen und auf die Karikatur angesprochen worden ist. Allerdings habe sie die Karikatur zuvor nicht gesehen, sie sei nicht bei Facebook (wo die Karikatur publiziert wurde) und habe sich dort auch noch nie was angeschaut.
Den Wirbel um die Karikatur verstehe sie nicht, so Kinz - sie will nichts Antisemitisches daran erkannt haben. Schön sei die Karikatur nicht, aber etwas Antisemitisches sehe sie daran nicht.
Die Reaktion von Vorarlbergs FPÖ-Chef Dieter Egger zur Karikatur hält Andrea Kinz für angemessen. Er habe sich ja von antisemitischen Bezügen distanziert, sagt Kinz.
ÖVP: „Egger soll die Bürger nicht für dumm verkaufen“
ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück spricht von einer besonderen politischen Instinktlosigkeit des FPÖ-Klubomanns Egger. Er solle den „Normalbürger“ nicht für dumm verkaufen, in dem er den Vorarlbergern die Fähigkeit abspricht, die politisch eindeutigen Botschaften der Karikatur nicht zu verstehen. Frühstück bedauert, dass Dieter Egger sich nicht glaubwürdig von den Entgleisungen seines Bundesobmanns Strache distanziere. Erfreulich sei aber, so Frühstück, dass offenbar innerhalb der FPÖ einige Funktionäre nicht mehr bereit seien, den Weg von Egger und Strache mitzutragen.
SPÖ: „Egger ist Straches Steigbügelhalter“
Auch die SPÖ Vorarlberg kritisiert Dieter Eggers Haltung und bezeichnet ihn als Straches Steigbügelhalter. Außerdem sei der Umgang Eggers mit den FPÖ-Kritikern Burkhart Wachter und Andrea Kinz laut SPÖ-Geschäftsführer Reinhold Einwallner charakterlos.
Auch Grüne üben Kritik
„Die Verleugnung antisemitischer Bezüge hat beim Vorarlberger FPÖ-Obmann offensichtlich System“, wirft Grünen-Klubobmann Johannes Rauch Egger vor. er erinnere an Eggers bedingungslose Unterstützung für Straches Aussagen am Rande des Korporationsballs Ende Jänner, wo dieser eine Demonstration mit der NS-Vorgangsweise in der ‚Reichskristallnacht’ verglichen und die Freiheitlichen als die neuen Juden bezeichnete.
Auch jetzt sei Egger nicht in der Lage, das zu tun, was „die Anständigen in seiner Partei längst machen“: eine klare Distanzierung von den antisemitischen Umtrieben des blauen Parteichefs Heinz-Christian Strache.
Link:
- Antisemitischer Cartoon „tut Strache leid“ http://orf.at/stories/2140339/ (ORF.at; 11.9.2012)
- FPÖ Vorarlberg: Widerstand gegen Strache? (vorarlberg.ORF.at; 10.9.2012)
Publiziert am 11.09.2012

