Apfelernte: Rekordernte verhagelt

Rund 20.000 Tonnen Äpfel werden heuer im Kreis Lindau geerntet. Viele Bauern rechnen angesichts des Sommerwetters mit einer Rekordernte. Ein Teil der Bauern hatte jedoch nahezu kompletten Ernteausfall durch einen Hagelschlag im Juli.

Den 10. Juli werden die Obstbauern am Lindauer Bodenseeufer so schnell nicht vergessen. Es war der schlimmste Hagelschlag seit über 40 Jahren. Manche Bauern waren gar nicht betroffen, andere beklagen Ernteausfälle bis zu 100 Prozent. Dabei hatte man heuer mit einer Rekordernte gerechnet: das Wetter war perfekt und versprach knackige Äpfel mit gutem Zucker-Säure-Verhältnis. Laut Martin Nüberlin, Sprecher der Erzeugergemeinschaft der Lindauer Obstbauern, gibt es Regionen, in denen der Hagel extrem zugeschlagen hat. Dort gebe es nur noch Mostobst zu ernten. Daraus ließe sich zwar auch gute Säfte und Schnäpse machen, aber die Kosten dafür seien sehr hoch und höher als der Ertrag. Viele Bauern hoffen laut Nüberlin auf die nächste Ernte, aber bis dahin gebe es viel Zeit zu überbrücken.

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Feuerbrand-Gefahr hat zugenommen

Außerdem hat Feuerbrand-Gefahr durch den Hagel sehr zugenommen. Die erste Gefahr heuer war im Frühling, als Temperaturen bis zu 30 Grad gemessen wurden. Da die Apfelbäume zu dieser Zeit in Blüte standen, waren sie für eine Infektion sehr anfällig. Nach dem Hagel wurden die Apfelbäume wieder sehr angegriffen. Das Bakterium konnte wieder eindringen. Es gebe sehr viele Betriebe, die diesen Sommer große Probleme gehabt hätten und sogar Bäume hätten roden müssen, so Nüberlin: „Wie das nächstes Jahr aussehen wird, wissen wir heute noch nicht“.

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Video: Im Beitrag von Tarja Prüss sehen Sie Martin Nüberlin, Vorsitzender Erzeugergemeinschaft Lindauer Obstbauern, und den Lindauer Obstbauern Andreas Willhalm.

„Höherer Preis kaum spürbar“

Bei den Preisen zählt laut Nüberlin der Weltmarkt. China sei zwar der größte Apfelproduzent, aber doch zu weit weg. Da in Europa insgesamt nur wenige Äpfel produziert würden, ergeben sich sehr gute Erzeugerpreise. In Deutschland sei eine gute, in Österreich, Holland und Belgien eher schwache Ernten zu verzeichnen. Das werde der Konsument im Laden aber nur kaum zu spüren bekommen, versichert Nüberlin, denn der Preis werde in etwa fünf Cent mehr ausmachen. Das sei für den Erzeuger sehr viel Geld, für den Konsumenten aber eher wenig.