Leasingfirmen: Viele Arbeitslose unmotiviert
Neun von zehn Personen, die vom Arbeitsmarktservice (AMS) zugewiesen werden, kämen unmotiviert und ohne Unterlagen, sagt etwa der Geschäftsführer von Praxis Personalmanagement in Nenzing, Martin Dünser. Beim Leiter von APS Personal in Götzis, Martin Hagen, werden laut Hagens Angaben rund ein Drittel der vereinbarten Termine gleich gar nicht wahrgenommen. Von den anderen Arbeitslosen werde oft nur eine Bestätigung für das Arbeitsmarktservice gewünscht. Die mangelnde Bereitschaft betreffe vor allem gering Qualifizierte. Hagen führt unter anderem momentan keine Job-Info-Tage beim AMS durch. Es seien zu wenig der angeschriebenen Arbeitslosen zu den Veranstaltungen erschienen.
„Finanzielle Motivation nicht sehr hoch“
Allerdings sei die finanzielle Motivation zur Arbeitsaufnahme nicht sehr hoch, räumen die Personalbereitsteller ein. Denn bei schlecht Qualifizierten liege die Lohnhöhe oft nur relativ wenig über der Arbeitslosenunterstützung. Mögliche Gegenmaßnahmen sind für Martin Hagen von APS Personal eine weitere steuerliche Entlastung von Beziehern niedriger Einkommen oder höhere Zuschüsse zum Beispiel für die Fahrt zur Arbeit. Wichtig wäre auch ein Abbau von bürokratischen Vorschriften, so Hagen. Die Zusammenarbeit mit dem AMS funktioniere gut.
AMS-Chef: Schwarze Schafe in der Minderheit
Der Vorarlberger AMS-Chef Anton Strini relativiert die Kritik der Personalbereitsteller. Schwarze Schafe gebe es überall, aber sie seien in der Minderheit, sagt Strini. Dass manche Arbeitslose nicht zu vereinbarten Terminen kämen, habe auch damit zu tun, dass sie vom AMS mehrere Kontakte bekämen und sich dann nicht mehr meldeten, wenn es bei einer Firma geklappt habe. Strini betont, dass das AMS jede Vermittlung nachprüfe.
Publiziert am 08.09.2012

