Rotes Kreuz: Erste Hilfe als Schulfach
Nicht einmal jeder vierte Österreicher würde laut einer Studie Erste Hilfe leisten - vor allem aus Angst, etwas falsch oder sich gar strafbar zu machen. Der Chefarzt des Rotes Keuzes, Wolfgang Schreiber, fordert daher anlässlich des Internationalen Erste-Hilfe-Tages, Erste Hilfe verpflichtend in der Schule einzuführen und jedes Jahr zu wiederholen. Vorarlbergs Rot-Kreuz-Direktor Roland Gozzi schließt sich der Forderung an. Er hält auch den derzeitigen Sechs-Stunden-Kurs bei der Führerscheinprüfung für nicht ausreichend.
70 Prozent der Erste-Hilfe-Fälle im eigenen Umfeld
„Aus unserer Sicht müsste jeder, der den Führerscheinkurs macht, mindestens den Basiskurs machen - das heißt den 16-Stunden-Kurs. Und man müsste von jedem aktiven Kraftfahrer in einem gewissen Intervall Wiederholungen verlangen können. Den Leuten muss einfach bewusst sein: Sie brauchen das nur etwa in 30 Prozent, um jemand Fremden zu helfen, in 70 Prozent braucht man es im eigenen Umfeld. Ich denke, das müsste man viel mehr forcieren“, so Gozzi.
Gozzi: Politik soll Wiederholung verpflichtend machen
Der Rot-Kreuz-Direktor wäre im Moment schon zufrieden, wenn der Kurs verpflichtend alle zehn Jahre wiederholt werden müsste. Die Politik müsse sich trauen, das verbindlich zu machen. Über das Jugend-Rot-Kreuz gebe es bereits viele Schulen, die mit Jugendlichen wenigstens einmal einen Erste-Hilfe-Kurs absolvieren würden, so Gozzi weiter. „Wenn es natürlich zum Unterrichtsstoff wird - umso besser“, sagt Gozzi.
Publiziert am 08.09.2012

