Deutlich weniger Frankenkredite
Im ersten Quartal 2012 sind laut Standard & Poor’s 28 Prozent der Kredite an Private in ausländischen Währungen vergeben worden, die meisten in Schweizer Franken. In Vorarlberg liegt der Anteil an Fremdwährungskrediten zwar weit über dem österreichischen Schnitt, das Gesamtvolumen geht aber ständig und deutlich zurück.
Warnruf zum falschen Zeitpunkt
Für den Direktor der Nationalbank für Vorarberg und Tirol, Armin Schneider, kommt der Warnruf der Agentur zu einem falschen Zeitpunkt. Die Höchststande bei Fremdwährungskrediten seien längst überwunden. Innerhalb eines Jahres habe sich der Anteil der Fremdwährungskredite in Vorarlberg von 41 Prozent auf 36 Prozent verringert.
Der Fremdwährungskredit sei in privaten Haushalten noch beliebter als in den Unternehmen, so Schneider. In Spitzenzeiten hätten mehr als zwei Drittel aller Kredite auf Fremdwährung gelautet, da sei man nun bei unter 50 Prozent.
Knapp sechs Milliarden Schulden in Franken
Privatleute und Betriebe in Vorarlberg haben derzeit 5,9 Milliarden Schulden in Franken, das sind um 600 Millionen weniger als vor einem Jahr. Der Kurs stimme, sagt Schneider, pro Quartal werde die Schuldenlast um 100 bis 200 Millionen verringert. Gebremst wurde die Vergrößerung des Schuldenvolumens durch die Festschreibung des Wechselkurses von Franken und Euro. " Wir hatten ja schon eine Parität und insofern haben wir jetzt wieder eine zwanzigprozentige Abwertung, weil wir nicht bei 1 zu 1, sondern bei 1 zu 20 sind", so Schneider.
Hopfner: Frankenkredite nur noch an Grenzgänger
Wilfried Hopfner, Bankensprecher und Vorstand der Raiffeisenlandesbank sagt, seit zwei Jahren würden Fremdwährungskredite nur noch an Grenzgänger vergeben, für sie gebe es ja kein Kursrisiko. Die Nachfrage sei deutlich geringer geworden, jetzt gehe es um die Verringerung des Risikos bestehender Darlehen.
Publiziert am 07.09.2012

