Alle Lehrerposten besetzt

Am Montag startet das neue Schuljahr: 47.487 Schüler werden dann in Vorarlberg wieder in einer der rund 2.400 Klassen Platz nehmen. Mit Mühe konnten auch alle Lehrerposten besetzt werden, berichtet Schullandesrat Siegmund Stemer (ÖVP).

In Vorarlberg werden 6.029 Lehrer gebraucht. Davon werden im Pflichtschulbereich etwa 4.200 Lehrerinnen und Lehrer unterrichten. Darunter sind 150 Lehrpersonen, die ihren Dienst neu bzw. wieder antreten. Im Bundesschulbereich werden insgesamt 1.829 Lehrpersonen unterrichten, davon 83 neue Lehrkräfte. Engpässe gibt es nach wie vor in Mathematik, im naturwissenschaftlichen Bereich und in den technischen Fächern.

Die lehrplanmäßige Vollbesetzung werde aber nur mit neuen Lehrern aus anderen Bundesländern, hohen Mehrdienstleistungen, der Wiederaktivierung von bereits pensionierten Lehrkräften und einer restriktiven Handhabung von Karenzierungen und Teilzeitbeschäftigungen geschafft, so Stemer. Unter restriktiver Handhabung versteht Stemer, dass die Lehrerinnen „mit Charme“ dazu überredet werden - zumindest eine 50 Prozent-Stelle zu übernehmen.

Rückgang bei den Schülerzahlen

Die Gesamtschülerzahl in Vorarlberg wird im Schuljahr 2012/13 voraussichtlich 47.487 betragen (ohne die ca. 7.300 Berufsschülerinnen und -schüler). Das ist ein demographisch bedingter Rückgang von 405 Schülerinnen und Schülern (-0,84 Prozent). Die Zahl der Erstklässler sinkt ebenfalls leicht. 4.830 Kinder werden heuer eingeschult, das sind um 1,43 Prozent weniger als im Vorjahr (4.900).

Schwerpunkte im neuen Schuljahr

Inhaltlich steht im beginnenden Schuljahr laut Stemer auch heuer die kindgerechte Vermittlung der Grundkompetenzen Reden, Lesen, Schreiben und Rechnen im Mittelpunkt. Weitere Schwerpunkte sind der Übergang der Mittelschule in die Regelschule wie auch die Vorbereitung der neuen Reifeprüfung, die modulare Oberstufe und die Bildungsstandards. Ein besonderes Anliegen sei, dass die Themen Ernährung und Bewegung auch außerhalb des Turnunterrichts in der Schule ankommen. Eine weitere Neuerung in Vorarlbergs Schullandschaft ist die Anlaufstelle „restart“. Dort werden Schülern und Lehrern kostenlose Einzel-Mentalcoachings angeboten.

Stemer gegen Gesamtschulversuch

Für Stemer stellt sich die Frage eines Gesamtschulversuchs in seinem Bundesland derzeit nicht. „Die Vielfalt der Kinder braucht eine entsprechende Differenzierung“, sagte Stemer am Dienstag nach der Vorarlberger Regierungssitzung und verwies auf das Übereinkommen zwischen ÖVP und SPÖ auf Bundesebene, das er so zusammenfasste: „Das Gymnasium bleibt, die Mittelschule bleibt“. Nichtsdestotrotz stehe man in engem Kontakt mit Tirol und werde sich anschauen, „ob es gelingt, Pilotmodelle zu entwickeln“, so Stemer.

Stemer erklärte, dass in Sachen Gesamtschule viele Aspekte ausgeblendet würden. „Wenn die Gymnasien übergehen sollen, wie werden die Kosten geregelt? Wo nimmt man die Lehrpersonen her?“, fragte der Landesrat, der nachdrücklich darauf hinwies, dass die Finanzierung von Gymnasien und Mittelschulen derzeit von verschiedenen Trägern geleistet werde.

Damit erteilte Stemer auch einer Forderung der Vorarlberger Grünen - einen landesweiten Schulversuch zur Umsetzung der gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen zu initiieren - eine Absage.