Landwirtschaftskonzept der Grünen

„Bioland Vorarlberg“ ist ein Konzept der Vorarlberger Grünen, das der Landwirtschaft ein neues Fundament und den Konsumenten mehr Qualität bieten soll. Ähnlich der Energieautonomie soll dieser Prozess schrittweise, aber mit klarer Zielrichtung verfolgt werden.

Der erste Schritt zum Bioland führt nach Angaben des Klubschefs der Grünen, Johannes Rauch, über den Ausbau der Selbstversorgung. Derzeit würden etwa 94 Prozent des Gemüses, das in Vorarlberg benötigt wird, eingeführt. Gleichzeitig werde auf einer Fläche von mehr als 2.000 Fußballfeldern Mais angebaut. Es müsse auf den besten Böden mehr für die Selbstversorgung getan werden, so Rauch. Zwar könne sich Vorarlberg nicht zu 100 Prozent selbst versorgen, der jetzige Anteil sollte sich aber verdoppeln.

Umverteilung der Fördergelder

Der in Vorarlberg angebaute Mais werde als Kraftfutter für Hochleistungskühe verwendet. Der Maisanbau sei die Folge eines falschen Fördersystems, in dem es für Hochleistungskühe mehr Geld gibt. Die finanziellen Anreize müssten in Richtung Nachhaltigkeit gesetzt werden, sagt Rauch. Die Fördergelder sollen umverteilt werden - von Groß auf Klein, vom Tal zum Berg und von konventionell zu Bio.

Von der Umsetzung des Bio-Konzepts würden alle profitieren, sagt Rauch, auch Konsumenten und Tourismuswirtschaft. Für die Bauern sei es die einzige Chance, im internationalen Preiskampf überleben zu können.

Allgäuer: „Halte nichts von Zwangsverpflichtung“

Landwirtschaftssprecher Daniel Allgäuer (FPÖ) glaubt, dass Bio und konventionelle Landwirtschaft in Vorarlberg nebeneinander Platz haben. Für ihn bedeute die Forderungen von den Grünen eine Zwangsverpflichtung und davon halte er nichts. Ein Auseinanderdividieren der Bauern und ein Vorbeiproduzieren am Markt bringe Vorarlberg nicht weiter, so Allgäuer.

Dem Konzept der Grünen setzen die Freiheitlich das Konzept „Vorarlberg als Modellregion der Regionalität“ entgegen, so Allgäuer. Auch hier stünde das klare Bekenntnis zum Standort Vorarlberg mit seinen regionalen Produkten im Vordergrund. Dazu bedürfe es einer funktionierenden Partnerschaft aller Beteiligten, also von Produzenten, Händler und Konsumenten, so der freiheitliche Landwirtschaftssprecher.