Bernhard will Medikamentenkosten senken

Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP) will auch in den Spitälern die Medikamenten-Kosten senken. Während bei niedergelassenen Ärzten jedes zweite verschriebene Medikament ein Generikum ist, ist es im Spital nur jedes dritte.

Niedergelasse Ärzte verschreiben immer mehr Generika, also nachgemachte Medikamente mit den gleichen Wirkstoffen. In den vergangenen vier Jahren konnte ihre Anteil auf fast 50 Prozent der Verschreibungen gesteigert werden, sagte der Obmann der Gebietskrankenkasse Manfred Brunner. Er bemängelt, dass die Spitäler nicht wirklich mitziehen. Auch hier gebe es noch Einsparungsmöglichkeiten.

Landesrat Christian Bernhard will das demnächst in Angriff nehmen. Es gebe zwar noch gelegentlich Widerstände, aber man werde jetzt genau hinschauen müssen. Die Inhaltsstoffe seien ident, aber nicht unbedingt die Zusatzstoffe. Laut Bernhard gibt es manchmal Diskussionen, da besonders bei komplexen Krankheitsbildern der Wechsel nicht gerade einfach sei. Aber es könne gelingen, wenn man das Kostenbewusstsein bei den Ärzten wecke.

Generika

Beim Verkauf von Generika gehört Österreich zu den Schlusslichtern. Im EU-Durchschnitt sind 60 Prozent der verschriebenen Medikamente Generika. Österreichweit sind es nur 40 Prozent. Das ergab eine internationale Studie.

Liste mit günstigeren Medikamenten

Seit 2009 sieht jeder Arzt bei der Verschreibung, welches das günstigste Medikament mit gleichen Wirkstoffen ist. Er soll es dann auch verschreiben. Einmal pro Jahr erhält jeder Arzt eine schriftliche Analyse seines Verschreibungsverhaltens. Daraufhin findet ein persönliches Gespräch mit dem Arzt statt, in dem weitere Einsparungsmöglichkeiten besprochen werden. Das System funktioniert sehr gut, so Brunner.

Grenzen bei Generika-Verschreibung

Vergangenes Jahr hätten theoretisch weitere drei Millionen gespart werden können. Aber in der Praxis ist das nicht umsetzbar, so Brunner. Bei gut eingestellten Patienten, zum Beispiel bei Psychopharmaka oder Verschreibungen gegen Epilepsie, wäre der Heilerfolg gefährdet, wenn man das Medikament umstellen würde, argumentiert Brunner. In diesem Fall könne der Arzt das Orginalpräparat verschreiben, auch wenn es teurer sei.

Während die Kostensteigerung im Bereich Heilmittel vor fünf Jahren noch bei knapp zehn Prozent lag, ist sie mittlerweile bei knapp zwei Prozent angelangt.

Spitäler scheren aus

Ein Schwachpunkt im System sind allerdings die Spitäler, so Brunner. In den Spitälern ist nur gut jedes dritte verschriebene Medikament ein Generikum. Dort klappe die technischen Umsetzung noch nicht.

Brunner betont, es mache keinen Sinn, dass man wirkstoffgleiche Medikamente verschreibt, die teurer sind. Die Gebietskrankenkasse müsse das Geld effizient einsetzen und dafür sorgen, dass es möglichst den Patienten zu gute komme in Form von neuen Leistungen und nicht der Pharmaindustrie in den Rachen geschoben werde.