Neuer Landespolizeidirektor will „Niveau halten“

Hans-Peter Ludescher ist am Freitag in Wien zum neuen Landespolizeidirektor für Vorarlberg ernannt worden. Sein Ziel ist es, das hohe Niveau in punkto Sicherheit und Aufklärungsquote zu halten, sagte er im Radio-Vorarlberg-Interview.

Hans-Peter Ludescher

APA/HERBERT PFARRHOFER

Der neue Vorarlberger Landespolizeidirektor Hans-Peter Ludescher

Sicherheitsdirektion und Landespolizeikommando - diese beiden Einrichtungen sind ab September Geschichte. Sie werden in der neuen Landespolizeidirektion zusammengeführt, der in Vorarlberg Hans-Peter Ludescher vorstehen wird. Der 51-Jährige ist am Freitagvormittag in der Wiener Hofburg von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) offiziell zum Landespolizeidirektor ernannt worden. Zu seinen Stellvertretern wurden Walter Filzmaier und Siegbert Denz bestellt.

„Schneller, schlanker und effizienter“

Bisher gab es in Österreich acht Sicherheitsdirektionen, 14 Bundespolizeidirektionen und neun Landespolizeikommandanturen. Durch die Reform wurden sie zu neun Landespolizeidirektionen zusammengeführt. Laut Mikl-Leitner soll die Polizei dadurch „schneller, schlanker und effizienter“ werden. Doppel- und Mehrgleisigkeiten würden abgeschafft und jährlich würden acht bis zehn Millionen Euro eingespart.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Im Video zu sehen: Hans-Peter Ludescher (Landespolizeidirektor),
Jürgen Peschina (ORF-Redakteur); Beitrag von Reinhard Mohr, Gernot Kutzer

„Neuorganisation effektiv abhandeln“

Ludescher, der bisherige Direktor der Sicherheitsdirektion, erläuterte im Gespräch mit ORF-Redakteur Jürgen Peschina, dass er in seiner ersten Zeit als Landespolizeidirektor zuerst die neue Organisation in Schwung bringen müsse. In der Landespolizeidirektion werden die bisherige Sicherheitsdirektion und das Landespolizeikommando verschmelzen.

Audio: Hans-Peter Ludescher im Interview mit ORF-Redakteur Jürgen Peschina

Eben dieser Prozess werde eine gewisse Zeit dauern. Davon allerdings würden die Bürger wohl nichts spüren, glaubt Ludescher. Man werde die Neuorganisation möglichst professionell und effektiv abhandeln. Zum anderen sei es wichtig, dass man sich nicht nur mit sich selber beschäftige, sondern auch Ziele vor Augen habe und Maßnahmen umsetze. Ludescher denke da etwa an die Bekämpfung der Eigentums-, Gewalt- und Internetkriminalität. Man habe sowohl nach außen, als auch nach innen genug Arbeit vor sich.

Polizeireform: Abläufe erleichtern

Der Vorteil der Polizeireform läge intern an der schlankeren Struktur. Das falle in Vorarlberg nicht so stark ins Gewicht, weil es keine Bundespolizeidirektion gebe und die Sicherheitsdirektion mit dem Landespolizeikommando fusioniert werde. Dennoch aber würden Behörden und Wachkörper zusammengeführt und das erleichtere bestimmte interne Abläufe.

Präsenz wird große Rolle zugemessen

Hans-Peter Ludescher erklärte gegenüber Radio Vorarlberg, dass er großen Wert darauf lege, Präsenz zu zeigen. Er sei grundsätzlich der Meinung, dass Präsenz sehr wohl die Sicherheit erhöhe. Man werde auch immer wieder mit der Forderung konfrontiert, dass man möglichst sichtbar unterwegs sein soll. Dies werde man zu einem gewissen Grad umsetzen. Eine zu hohe Präsenz wiederum würde aber Unsicherheit hervorrufen.

„Latte liegt hoch“

In den nächsten fünf Jahren gelte es, das hohe Niveau in Vorarlberg zu halten, so Ludescher. Die Sicherheitslage im Land sei hervorragend und die Aufklräungsquote sei unter anderem ein Beweis für die sehr gute Polizeiarbeit. Die Latte liege schon sehr hoch, wenn man dieses Niveau die nächsten Jahre halten könne.

Von Jänner bis Juni hat die Vorarlberger Polizei 61 Prozent der Delikte, die angezeigt wurden, aufgeklärt - abermals ein österreichischer Spitzenwert - mehr dazu in Aufklärungsquote von Straftaten gestiegen (vorarlberg.ORF.at, 16.7.2012).

Landeshauptmann wohnte Amtseinführung bei

Der Amtseinführung und Vorstellung der neu bestellten Landespolizeidirektorinnen und Landespolizeidirektoren in Wien hatte am Freitag auch Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) beigewohnt.

Vorstellung der Landespolizeidirektoren am Freitag, 31. August 2012, in der Wiener Hofburg.

APA/HERBERT PFARRHOFER

Hans-Peter Ludescher (Vlbg.), Hans Peter Doskozil (Burgenland), Andreas Pilsl (OÖ), Franz Prucher (NÖ), Michaela Kohlweiß (Kärnten), Helmut Tomac (Tirol), Josef Klamminger (Steiermark), Gerhard Pürstl (Wien), Franz Ruf (Salzburg).

Link: