Festspiele bangen um weiteren Hauptsponsor
Die Festspielsaison 2012 ist abgeschlossen und die Bregenzer Festspiele beschäftigen sich bereits mit den Vorbereitungen für das nächste Spiel auf dem See 2013 - die „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

wpa
Auf den Vorankündigungsplakaten zur nächsten Seebühnenaufführung fehlt das UBS-Logo.
Die ersten Werbeplakate für die „Zauberflöte“ sind unter anderem beim Bregenzer Festspielhaus schon ausgehängt, doch im Vergleich zu den Vorankündigungsplakaten aus den Vorjahren gibt es einen wesentlichen Unterschied: Das Logo des zweiten langjährigen Hauptsponsors, der Schweizer Großbank UBS, fehlt auf dem Plakat. Es findet sich lediglich noch das Logo des Hauptsponsors „Casinos Austria“. Im Umfeld der Bregenzer Festspiele ist deshalb schon die Rede davon, dass nach dem dritten Hauptsponsor IBM, der sich bereits vor der Spielsaison 2011 verabschiedet hat, nun auch der Abgang des zweiten Hauptsponsors UBS droht.
Sponsorenvertrag der UBS läuft bis Jahresende
Axel Renner, Pressesprecher der Bregenzer Festspiele, bestätigte auf Anfrage der Wirtschaftspresseagentur.com, dass die Schweizer Großbank UBS derzeit auf den Werbeplakaten für die Spielsaison 2013 noch nicht mit dem Logo angeführt sei. Der Grund dafür liege darin, dass der Sponsoren- beziehungsweise Partnervertrag mit der UBS bis Jahresende 2012 laufe und bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verlängert worden sei. Die Kooperationsverträge mit den Hauptsponsoren würden sich jeweils nach Kalenderjahren orientieren, während die Festspiele von Sommersaison zu Sommersaison planen. Und da man sich derzeit schon mitten in den Vorbereitungen für die Spielsaison 2013 befinde und das Marketing bis August 2013 plane, könne man die UBS momentan noch nicht mit dem Logo anführen. „Die UBS hat sich noch nicht entschieden, der Sponsorenvertrag ist noch nicht verlängert worden“, so Renner.
Renner: Gespräche über Verlängerung im Gange
Auf die Frage, ob die bislang fehlende Zusage der UBS ein Anzeichen dafür sein könnte, dass sich die Schweizer Großbank als einer der beiden noch verbliebenen Hauptsponsoren zurückziehen werde, sagte Renner: „Wir führen derzeit Gespräche wegen einer Verlängerung dieses mehrjährigen Vertrages. Zu den Gesprächen und den Inhalten der Sponsorenverträge geben wir jedoch keine Auskünfte.“ Derzeit sei die UBS auf alle Fälle noch Sponsor bis zum Jahresende 2012, deshalb sei das UBS-Logo auch noch auf der Internetseite präsent.
„Von Panik weit entfernt“
Gelassenheit sei das falsches Wort für die momentane Stimmung bei den Festspielen sagt Renner - von Panik sei man aber weit entfernt. Die UBS sei zwar ein wichtiger Partner, aber man habe finanziell keine Monokultur sondern eine solide breite Basis. Selbst wenn die UBS abspringen sollte, werde das Programm für kommendes Jahr nicht zusammengestrichen.
Insgesamt machen private Geldgeber laut Renner rund sieben Prozent des Gesamtbudgets der Festspiele aus. Der Zeitdruck hält sich laut Renner in Grenzen: selbst nach Erscheinen des Hauptprospektes im November gebe es für einen eventuellen Hauptsponsor genügend attraktive Möglichkeiten, bei den Bregenzer Festspielen präsent zu sein.
„Konnten IBM noch nicht ersetzen“
Renner bestätigte in dem Zusammenhang auch, dass die Suche nach einem Nachfolger des ausgeschiedenen dritten Hauptsponsors IBM in den vergangenen zwei Jahren noch nicht erfolgreich gewesen sei. „Wir konnten IBM noch nicht ersetzen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen machen eine Sponsorensuche natürlich nicht einfacher. Aber die Hauptsponsoren der Bregenzer Festspiele müssen auch zueinander passen“, so Renner. Derzeit würde man Gespräche in verschiedene Richtungen führen.
Renner verweist in dem Zusammenhang jedoch darauf, dass die wesentlichste Einnahmequelle der Bregenzer Festspiele das zahlende Publikum sei. Die Gelder von Sponsoren und diversen privaten Geldgebern und dem Verein der Freunde der Bregenzer Festspiele würden in etwa zehn Prozent der Eigeneinnahmen der Bregenzer Festspiele ausmachen, also insgesamt etwa 1,5 Millionen Euro.
Links:
- Festspiele mit weniger Besuchern (vorarlberg.ORF.at, 16.8.2012)
- „Die Zauberflöte“: Run auf Festspieltickets (vorarlberg.ORF.at, 23.8.2012)
Publiziert am 28.08.2012

