Viele Meldungen zu Kinderarbeit in Heimen

19 von Kinderarbeit in Heimen betroffene Personen haben sich in den vergangenen zehn Tagen bei der Opferschutzstelle in Feldkirch gemeldet. In zehn Fällen geht es um Zwangsarbeit in den Heimen Jagdberg in Vorarlberg und St. Martin in Tirol.

Vor zwei Wochen hatte Landesrätin Greit Schmid (ÖVP) ehemals Betroffene von Kinderarbeit in Heimen dazu aufgerufen, sich zu melden. Die Telefone bei der Opferschutzstelle des Landes stehen seither nicht mehr still.

Zwangsarbeit im Kinderheim Jagdberg und St. Martin

Opferschutzstelle

Schießsstätte 12
6800 Feldkirch
Tel.: 05522 / 84900
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Insgesamt 19 Opfer von Gewalt und Missbrauch in Kinderheimen haben sich in den vergangen zehn Tagen bei der Opferschutzstelle Vorarlberg gemeldet. Eines haben alle Geschichten gemeinsam: Die Gewalt, die sie in ihrer Kindheit und Jugend in einem Heim erleben mussten, so Michael Rauch. Es handle sich bei den Betroffenen sowohl um Männer als auch um Frauen.

Zehn Personen davon berichten konkret von Zwangsarbeit in ihrer Jugend, sagt Kinder- und Jugenanwalt Michael Rauch. Alle zehn Fälle haben sich entweder im Landeskinderheim Jagdberg in Vorarlberg oder im Kinderheim St. Martin im Tirol ereignet.

Jetzt sei es wichtig, jeden Fall genau zu untersuchen, eventuelle Entschädigungsansprüche zu prüfen und psychologische Hilfestellung anzubieten, sagt Michael Rauch.

Schmid: Betrieb für Zahlungen verantwortlich

Wer die fehlenden Pensionsbeiträge für die Betroffenen nachzahlen soll, ist allerdings auch in Vorarlberg noch die große Frage. Der Bund hat bereits eine klare Absage erteilt - in Oberösterreich wird das Land fehlende Pensionszeiten für die Opfer nachkaufen. In Vorarlberg werde derzeit im Einzelfall überprüft, ob es überhaupt sozialrechtliche Ansprüche gebe, erklärt Soziallandesrätin Greti Schmid (ÖVP). Außerdem gelte es festzustellen, bei welchem Betrieb die Beschäftigung stattgefunden hat, denn vorrangig sei der Betrieb verantwortlich, diese nichterfüllten Zahlungen nachzuholen.

Wenn in Einzelfällen eine Nachzahlung durch einen Betrieb nicht möglich sei - weil es ihn nicht mehr gebe oder aus anderen Gründen - sei es denkbar, dass das Land einspringt, so Schmid.

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