ÖBB-Terminal-Bludenz: Weniger Güterverkehr
Vor gut eineinhalb Jahren hat das ÖBB-Tochterunternehmen Rail Cargo sein Angebot in wesentlichen Punkten geändert - nicht ohne Folgen. Einerseits wurde nämlich das Transportieren von Gütern auf der Schiene deutlich teurer - gleichzeitig wurde das Schienennetz, das für Gütertransporte zur Verfügung steht, verkleinert. Auf die beiden heimischen Verladestationen in Bludenz und Wolfurt hat sich das ganz unterschiedlich ausgewirkt.
Plus in Wolfurt, Minus in Bludenz
Während Wolfurt von der Exportorientierten Vorarlberger Wirtschaft profitiert und insgesamt ein Plus von 4,7 Prozent erwirtschaften konnte, macht sich die geänderte Tarif- und Fahrplan-Situation in Bludenz negativ bemerkbar. Hier wurden im Jahr 2011 acht Prozent weniger Ladungen als im Vorjahr abgewickelt, sagt Terminal-Betreiber Robert Schnetzer.
Schnetzer: Flexibilität nicht mehr gegeben
Vor allem für die Spediteure sei die Schiene nicht mehr rentabel, so Schnetzer. Die Flexibilität, welche die Spediteure brächten, sei seit der Umstellung nicht mehr gegeben. Flexibilität auf der Schiene hat seinen Preis, sagt dazu ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel. Die Preise seien dem Aufwand angepasst worden - nur so könne die ÖBB ohne Verluste wirtschaften.
Für Terminal-Bludenz-Betreiber Robert Schnetzer ist klar: Wenn die Schiene für den nationalen Containerverkehr wieder attraktiver sein soll, sei die Politik gefragt. Denn unter den derzeitigen Bedingungen sei die Forderung nach mehr Verkehr auf der Schiene wirtschaftlich nicht machbar.
Keine Stellungnahme von Doris Bures
Wirtschaftsministerin Doris Bures (SPÖ), die am Mittwoch anlässlich der Verleihung des Innovationspreises in Lustenau war, wollte zu diesem und anderen Vorarlberg-Themen nicht Stellung nehmen.
Publiziert am 22.08.2012

