Nachhilfe: Vorarlberger geben fünf Mio. aus
Die Vorarlberger geben beträchtliche Summen für Nachhilfe aus - das geht aus der aktuellen Hochrechnung des Institutes für empirische Sozialforschung (IFES) hervor: Demnach werden im Jahr 2012 in Vorarlberg rund fünf Mio. Euro in Nachhilfestunden investiert.
Büffeln im Sommer auch ohne „Nachzipf“
Nur ein kleiner Teil davon wird in den Ferienmonaten ausgegeben. Nur rund jede zehnte Nachhilfestunde entfällt auf die schulfreie Zeit. Diejenigen, die in den Ferien büffeln, sind zum Großteil Schüler, die keine Nachprüfung haben. Laut IFES liegt das an der hohen Zahl von Sprachferienkursen und Lerncamps. Die meisten Nachhilfestunden entfallen auf Mathematik (60 Prozent) gefolgt von Fremdsprachen und Deutsch.
Jeder dritte AHS-Oberstufenschüler bekommt Nachhilfe, in der AHS-Unterstufe und der neuen Mittelschule ist es laut Statistik jeder zweite Schüler, der mehr oder weniger regelmäßig Nachhilfe bekommt. Die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent.
Großes Angebot an Nachhilfelehrern
Das Angebot an Nachhilfelehrern in Vorarlberg ist jedoch sehr groß und nicht ganz einfach zu überblicken. Die Anlaufstelle Nummer eins für viele Schüler im Land ist das AHA. Hier gibt es eine Übersicht über Nachhilfe-Institute und eine Online-Datenbank mit rund 250 privaten Adressen: Lehrer, Studenten und sogar Schüler bieten hier ihre Dienste an. Das Honorar steht gleich daneben: etwa acht bis 30 Euro kostet die Nachhilfe pro Stunde.
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Video: „Vorarlberg heute“-Beitrag von ORF-Redakteurin Doreen Blum. Sie sprach mit Gerhard Ouschan von der Arbeiterkammer, mit Claudia Hauser vom Nachhilfe-Institut Clever² und mit Nachhilfeschülern.
Die Auswahlkriterien für eine gute Nachhilfe sind laut Gerhard Ouschan von der Arbeiterkammer, dass bei dem Angebot das Potential im Vordergrund stehe und nicht die Defizite. Das sollte man vorab abklären, wie das funktioniert. Zudem sollte vorher die Bindungsfrist abgefragt werden, so Ouschan. Oft werde Nachhilfe viel zu lange gegeben. Außerdem sollte nach der Gruppengröße gefragt werden. Die Arbeiterkammer mache die Erfahrung, dass Kinder in einer Gruppe mit bis zu vier Teilnehmern die gleichen Lernerfolg haben können wie in einem Einzeltraining. Gruppentraining sei aber billiger, erklärte Ouschan.
„Basis für den Erfolg ist das Zeitmanagement“
Stoff büffeln ist nur ein Teil von Nachhilfe. Basis für den Erfolg ist das Zeitmanagement der Schüler. Lernzeiten werden festgelegt - zum Beispiel in einem Wochenplan. Es sei sehr wichtig, den Schülern eine Übersicht zu verschaffen, erklärte Claudia Hauser vom Nachhilfe-Institut Clever². Sie wüssten oft nicht, wann sie was lernen sollen. Deshalb bräuchten sie Ermutigung und eine Strukturierung der Aufgaben.
Das Ziel ist: Selbständig lernen, mit neuen Inhalten und in Prüfungssituationen alleine zurecht kommen. Dabei wird Mentaltraining immer wichtiger. Dabei merken die Schüler das oft gar nicht. Negative Gedanken sollen durch positive ersetzt werden, um Lernblockaden zu lösen, so Hauser.
Die Arbeiterkammer bietet in ihrem Sommerprogramm für Schüler Möglichkeiten abseits vom klassischen Nachhilfeunterricht - mit einer Förderung abgestimmt auf den jeweiligen Lerntyp.
Publiziert am 20.08.2012

