Proteste aus Vorarlberg gegen E10-Biosprit
Seit dem Vorjahr gibt es an Deutschlands Tankstellen E10-Biosprit zu kaufen - allerdings mit nur mäßigem Erfolg. Nur zehn Prozent der deutschen Autofahrer tankt den umstrittenen Kraftstoff. Geht es nach Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP), soll es ab Herbst auch an Österreichs Tankstellen Benzin mit einem höheren Anteil Bioethanol geben. Mehr dazu in Lebensmittelpreise heizen E10-Streit an.
Sorge um Konkurrenz zu Nahrungsmitteln
Bioethanol wird aus Rohstoffen wie Getreide, Mais oder Zuckerrüben gewonnen - daher wird befürchtet, die Treibstoffproduktion könnte zur Konkurrenz von wichtigen Nahrungsmitteln werden. Unter dem Motto „Tanke Mais um keinen Preis“ ruft der ARBÖ, der Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreichs, seit Mitte Oktober zur Unterschriftenaktion gegen die Einführung des Biosprits auf. 580 Vorarlberger haben bisher unterschrieben, Österreichweit sind es 17.500 Menschen.
Skepsis auch beim ÖAMTC
Auch Jürgen Wagner vom ÖAMTC steht der verfrühten Einführung von E10 eher skeptisch gegenüber. Erst müsse gewährleistet sein, dass zur Herstellung des Bioethanols nur Nutzpflanzen oder Getreide-Überproduktion verwendet werden. Außerdem müsse es auch weiterhin Treibstoff für Autos geben, die Bioethanol nicht verarbeiten können - das sind etwa zehn Prozent der Vorarlberger Fahrzeuge. Letztlich werde sich E10 aber auch in Vorarlberg durchsetzen, sagt Wagner.
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Publiziert am 16.08.2012

