Ausbruch: Mann zwängt sich durch Gitterstäbe

In Lustenau ist einem 21-Jährigen ein spektakulärer Ausbruch aus einer Gefängniszelle gelungen. Der spindeldürre Mann zwängte sich durch die Gitterstäbe und sprang viereinhalb Meter tief in den Innenhof des Polizeipostens. Der Fluchtversuch war allerdings bald vorbei.

Der Fluchtversuch ereignete sich nach dem Szene Openair in Lustenau am ersten August-Wochenende, wurde aber erst jetzt bekannt. Bei dem Open-Air-Festival kam es zu einer Schlägerei mit mehreren Verletzten. Die Polizei wollte den mutmaßlichen Haupttäter, einen 21 Jahre alten Mann, festnehmen. Der Alkoholisierte setzte sich laut Polizeiangaben heftig zur Wehr und verletzte dabei zwei Polizisten.

Zusätzlich soll er die Polizisten mit den Worten bedroht haben: „Ich hol´ jetzt meine Puffn und bring euch alle um“. Daraufhin sperrte ihn die Polizei in die Gefängniszelle am Posten Lustenau, wo er zwei Tage lang blieb. Nach Abklärungen und Absprache mit der Staatsanwaltschaft sollte er in die Justizanstalt Feldkirch eingeliefert werden.

16.08. Gefängnisausbruch Lustenau

ORF

Bei Sprung in Innenhof verletzt

Doch am dritten Tag, am 6. August gegen 13.40 Uhr, gelang dem 21-Jährigen dann die spektakuläre Flucht. Der spindeldürre Mann zwängte sich durch die im Abstand von rund zwölf Zentimetern angebrachten Gitterstäbe der Zelle. Laut Polizei drückte er sich zunächst mit dem Körper hindurch, dann folgte der Kopf. Anschließend sprang der 21-Jährige aus dem Fenster in den Innenhof des Polizeipostens. Bei dem Sprung - viereinhalb Meter in die Tiefe - verletzte sich der Mann am Knöchel.

Motiv: Angst, dass Freundin Schluss macht

Eine Nachbarin beobachtete den humpelnden Ausbrecher bei seiner Flucht und alarmierte die Polizei. Sieben Minuten später war der Flüchtling wieder gefasst und wurde in die Justizanstalt Feldkirch gebracht.

Auf die Frage nach dem Motiv für die Flucht sagte der Mann, er habe Angst gehabt, dass ihn seine Freundin verlasse. Er muss sich nun wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, wegen Körperverletzung und wegen des tätlichen Angriffs auf die Beamten verantworten.

Zusätzliche Gitterstäbe werden eingebaut

„So etwas passiert ganz, ganz selten. Hundertprozentige Sicherheit kann es leider nie geben“, so Polizeisprecher Rainer Fitz über den Ausbruch. Am Polizeiposten Lustenau will man nun einen Schlosser beauftragen, in der Gefängniszelle zusätzliche Gitterstäbe einzuziehen. Damit soll eine Flucht auch für besonders schlanke Häftlinge in Zukunft nicht mehr möglich sein.

Video: Beitrag von Gernot Hämmerle|Holger Weitze|Ingo Hammerer. Es kommen Polizeisprecher Rainer Fitz und Anwohnerin Carmen Riedmann zu Wort.