Wildbach- und Lawinenverbauung im Zeitplan
Auf 200 Baustellen in ganze Vorarlberg verbauen die Bauarbeiter Lawinenhänge, setzten Bäume zum Schutz von Siedlungen, fassen Bäche.

VLK
Der effektivste und günstigste Lawinenschutz ist der Wald. Von den 97.000 Hektar Wald in Vorarlberg fungiert die Hälfte als Schutzwald. Allerdings hat der Schutzwald an vielen Orten durch den späten Schneefall Schaden genommen. Viele Bäume, die in den letzten Jahren in Aufforstungsgebieten gepflanzt wurden, sind von Gleitschneemassen im Winter geknickt und beschädigt worden und müssen abermals ersetzt werden. Der Boden war durch einen langen, schönen Herbst aufgewärmt. Dann fiel spät reichlich Schnee, der wiederum abglitt und die relativ jungen Bäume schwer beschädigte - siehe Fotos:

Wildbach- und Lawinenverbauung
Millionen für Schutzmaßnahmen
16 Millionen Euro werden heuer in Schutzmaßnahmen investiert.
Die größte Baustelle ist die Verbauung des Sugadinbachs im Montafon. Die Schutzmaßnahme für Galgenul (St. Gallenkirch) wird heuer fertiggestellt, ebenso die fast drei Millionen Euro teure Verbauung des Edelweißhanges in Zürs.
2009 wurde mit den Baumaßnahmen begonnen, zwei Schutzdämme und mehrere Reihen von Stahlschutzbrücken sollen den Nobelschiort vor einem Lawinenabriss schützen. Letzte Woche wurden die letzten Stützen gesetzt, die bis zu 20 Tonnen Schneelast tragen können.
Zürs wird sicherer
Ein Erddamm auf einem Plateau oberhalb von Zürs soll die Schneemassen im Fall eines Lawinenabgangs ablenken, die Stahlschneebrücken, von denen jeder Teil zirka eine Tonne wiegt, sollen den Rest aufhalten. Ein weiterer, kleinerer Damm muss noch gebaut werden. „Zürs wird dadurch sicherer“, sagt der Leiter der Wildbach- und Lawinenverbauung, Andreas Reiterer. Auch die Flächen zwischen den Häusern können nun bebaut werden. Das Bett des Zürsbachs wird ausgebaggert und verbreitert. 2005 trat der Bach über die Ufer, die angrenzenden Häuser wurden unter Wasser gesetzt. Durch diese Maßnahme soll eine nochmalige Überschwemmung verhindert werden.
Publiziert am 13.08.2012

