Mangel an Ehrenamtlichen beim Roten Kreuz
In weniger dicht besiedelten Regionen herrsche ein massiver Mangel an ehrenamtlichen Mitarbeitern, führt Rotkreuz-Direktor Roland Gozzi aus: Die berufstätigen Bewohner der Talschaften seien meist Pendler, denen es schlichtweg an Freizeit fehle, die sie für andere opfern könnten.
Sonntag: Bürgermeister absolviert Sanitätsausbildung
Während das Rote Kreuz im Rheintal und im Bregenzerwald personell recht gut aufgestellt sei, müsse man beispielsweise in der Außenstelle Sonntag in letzter Konsequenz die 24-Sunden-Uhr-Versorgung einstellen, wenn sich nicht genug Freiwillige fänden. Franz Ferdinand Türtscher, Bürgermeister in Sonntag, absolviert deshalb nun eine Sanitätsausbildung, um danach Rettungsdienst zu leisten. Dabei schwingt die Hoffnung mit, dass andere Großwalsertaler seinem Beispiel folgen.
Dienst bringt Übernachtung am Stützpunkt mit sich
Im Gegensatz zu anderen Rettungsorganisationen müsse das Rote Kreuz dauerhaft präsent sein, erklärt Gozzi. Damit man im Ernstfall schnell am Einsatzort sei, bringe ein Dienst auch eine Nacht am Stützpunkt mit sich. Am Morgen danach werde man dann wieder von der Berufsmannschaft abgelöst. Das sei ein spezieller Unterschied etwa zur Berg- oder Wasserrettung und der Feuerwehr, so Gozzi.
Insgesamt 550.000 ehrenamtliche Stunden pro Jahr
Dringend gesucht werden Freiwillige beim Roten Krez derzei vor allem im Walsertal und im Montafon. Bei jährlich 550.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit empfange man Interessierte aber auch in strukturstärkeren Regionen mit offenen Armen, so Gozzi.
Links:
- Rotes Kreuz sieht Ehrenamt in Gefahr (vorarlberg.ORF.at, 20.6.2012)
- Ehrenamt in Gefahr? Karas sieht das anders (vorarlberg.ORF.at, 21.6.2012)
- Rufhilfe: 1.800 Aktivalarme im vergangenen Jahr (vorarlberg.ORF.at, 3.1.2012)
Publiziert am 04.08.2012

