Protest gegen illegale Tierversuche

In Feldkirch protestierte am Samstag der „Verein gegen Tierfabriken“ gegen illegale Tierversuche. Grund ist ein geplantes neues Tierversuchsgesetz. In Vorarlberg finden dagegen keine Versuche statt, bei denen Tiere zu Schaden kommen, heißt es vom Land.

Eine geplante Neufassung des österreichischen Tierversuchsgesetzes wird momentan von vielen Tierschützern massiv kritisiert. Unter anderem ist von drohenden Rückschritten im Tierschutz die Rede. In Vorarlberg gibt es dagegen keine „klassischen“ Tierversuche - wie etwa für die Herstellung von Medikamenten oder die Überprüfung von Stoffen auf eventuelle Nebenwirkungen.

Vorarlberg: Versuche zur Krankheitsvorsorge

Die in Vorarlberg gemeldeten Versuche dienen nur zur Krankheitsvorsorge oder der genaueren Kenntnis der tierischen Wanderungen, sagt Norbert Greber, der Leiter der Landesabteilung für Veterinärangelegenheiten. So werden etwa im Bodensee Forellen mit Sendern ausgestattet, um ihre Laichgebiete besser bestimmen zu können. In einem anderen Fall werden Blutproben von Vögeln genommen, um Grippe-Infektionen frühzeitig zu erkennen, sagt Greber. Angemeldet ist auch ein Sender-Versuch bei Fledermäusen. Die Versuche finden laut Greber unter tierärztlicher Kontrolle statt. Es würden auch keine Tiere zu Schaden kommen.

2011: 191.000 Tiere für Versuche verwendet

In Österreich wurden nach den Daten des Wissenschaftsministeriums im Vorjahr 191.000 Tiere für Versuche verwendet. Im Jahr 1999 waren es noch 130.000. Laut Wissenschaftsministerium soll mit der Neufassung des Tierversuchsgesetzes eine EU-Richtlinie umgesetzt werden, die strengere Kontrollen und mehr Veröffentlichungspflichten vorsieht. Beim „Verein gegen Tierfabriken“ heißt es dagegen, dass nach wie vor Versuche möglich seien, die bei Tieren schweres Leid verursachen. Zudem habe Österreich nicht die durch die EU gegebenen Spielräume genutzt, um strenge Maßnahmen zu ergreifen.

Der Verein protestierte deswegen am Samstagvormittag am Sparkassenplatz in Feldkirch gegen illegale Tierversuche.