Festspiele verzeichnen 60.000 Besucher
„Wir sind zufrieden“, sagte Festspielsprecher Axel Renner, man gehe mit viel Schwung in die zweite Hälfte. Die Zahl der rund 60.000 Besucher inkludiert elf der 22 angesetzten „Andre Chenier“-Vorstellungen, eingerechnet sind laut Renner auch die Gäste der „Chenier“-Generalprobe und der „crossculture night“. Zur Oper im Festspielhaus - Detlev Glanerts „Solaris“ - kamen 3.399 Festspielbesucher, damit wurde in dieser bereits abgeschlossenen Programmschiene eine Auslastung von 89 Prozent erreicht.
Weniger Zuschauerzahlen als vorherige Produktionen
Im vergangenen Jahr - dem Premierenjahr von „Andre Chenier“ in Bregenz - belief sich die Auslastung auf der Seebühne auf 75 Prozent. Zum Vergleich: Die vorangegangenen beiden Spiele auf dem See - „Aida“ (2009/10) und „Tosca“ (2007/08) - erreichten Auslastungen von 99 Prozent im ersten und 86 Prozent im zweiten Jahr („Aida“) bzw. von 94 und 93 Prozent („Tosca“).
Renner räumte ein, dass die Zuschauerzahlen von „Andre Chenier“ nicht ganz an jene der vorangegangenen Produktionen herankämen. Der erzielte Zuschauerzuspruch zeige aber, dass ein unbekanntes Stück nicht unpopulär sein müsse. Noch nie habe die selten gespielte Oper so viele Besucher mobilisiert wie in Bregenz. „Es waren in zwei Jahren über 300.000 Tickets aufgelegt. Das zeugt von der Kraft der Bregenzer Festspiele, Publikum anzuziehen“, so der Festspielsprecher. Heuer wurden für das Spiel auf dem See 149.000 Karten zum Verkauf angeboten.
Für David Pountney ist es „total bewiesen“, dass „Andre Chenier“ eine „ideale Oper“ für die Seebühne ist. Es sei und bleibe aber ein kommerzielles Risiko:
Audio: Festpielintendant David Pountney
„Investment in künstlerische Positionierung“
Danach befragt, ob sich das Festival ein Stück wie „Andre Chenier“ leisten kann, antwortete Renner mit einem klaren Ja. "Es ist ein Investment in die künstlerische Positionierung der Bregenzer Festspiele, butterweich gebettet zwischen „Aida“ und der „Zauberflöte", die in den nächsten zwei Jahren gezeigt wird“, sagte Renner. Intendant David Pountney habe sich das „wohlüberlegt“.
Zwei Aufführungen bisher abgesagt
Wetterbedingt mussten heuer bis 2. August zwei „Andre Chenier“-Aufführungen ins Festspielhaus verlegt werden, gleich viele wie in der gesamten vergangenen Saison. Eine abgesagte Vorstellung kostet je nach Auslastung und Wochentag bis zu 350.000 Euro. Die Bregenzer Festspiele haben auch heuer eine Regenversicherung abgeschlossen, die ab der dritten niederschlagsbedingten Absage greift.
Links:
- Erste Regenabsage bei den Festspielen (vorarlberg.ORF.at; 21.7.2012)
- Kritiker von „Andre Chenier“ begeistert (vorarlberg.ORF.at; 19.7.2012)
- Bregenzer Festspiele sind eröffnet (vorarlberg.ORF.at; 17.7.2012)
Publiziert am 03.08.2012

