FIS-Weltcup in Schruns: Austragung wackelt

Die Durchführung des geplanten FIS-Snowboardcross-Weltcups im Dezember in Schruns steht auf wackeligen Beinen. Der Grund: Die Gebarungskontrolle des Landes untersagt der Gemeinde die finanzielle Beteiligung an der dafür benötigten Beschneiungsanlage.

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Im Video zu sehen: Karl Hueber (Bürgermeister Schruns), Karlheinz Rüdisser (Landesstatthalter), Arno Fricke (Montafon Tourismus), Karl Hueber (Bürgermeister Schruns); Beitrag von Jürgen Sebö, Tobias Becker, Roland Weber

Lange hat das Montafon darum gekämpft, wieder in den Weltcup-Rennkalender der FIS zu kommen. Gelungen ist das mit einem Snowboardcross-Rennen, das vom vom 6. bis 8. Dezember in Schruns über die Bühne gehen soll. Ob dieses allerdings tatsächlich stattfinden kann, ist noch unklar. Denn für das Rennen ist eine Beschneiungsanlage notwendig, welche die benötigten rund 60.000 Kubikmeter Schnee produzieren soll.

Ursprünglicher Plan war, dass die Kosten für die neue Beschneiungsanlage von
der Silvretta Montafon Bergbahnen AG und der Gemeinde Schruns getragen werden. Die finanzielle Beteiligung der Gemeinde wurde aber nun von der Gebarungskontrolle des Landes untersagt.

„Nein“ zu Beteiligung wegen angespannter Finanzlage

Die Silvretta Montafon hat in den letzten Jahren rund siebzig Millionen Euro investiert und will, dass sich die Montafoner Gemeinden bei künftigen Investitionen beteiligen. Für Schruns hieße das eine Beteiligung von 1, 7 Millionen Euro in zehn Jahren. Damit sei die Verwirklichung von fünf größeren Projekten vorgesehen, so der Schrunser Bürgermeister Karl Hueber (Schrunser Volkspartei und Parteifreie) - eines davon wäre heuer der Kauf einer Beschneiungsanlage.

Eben darüber hat die Gemeinde Schruns einen Beschluss gefasst - doch die Aufsichtsbehörde im Landhaus winkt ab. Als Grund nennt Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP) die finanziell angespannte Situation der Gemeinde. Man müsse jetzt mit der Gemeinde gemeinsam klären, in welcher Form hier ein Weg gefunden werden könne.

Gemeinde auf der Suche nach anderen Lösungen

Somit kann sich Schruns momentan nicht wie vertraglich vereinbart an den Kosten der neuen Beschneiungsanlage beteiligen. Sollte die Gemeinde keinen Weg finden das Geld aufzutreiben, wird das Projekt heuer nicht verwirklicht und das Rennen müsste abgesagt werden. Denn ohne Beteiligung der Gemeinde will die Silvretta Montafon die Investition in Höhe von rund 4,2 Millionen Euro nicht tätigen, sagt deren Vorstand Georg Hoblik.

Die Absage des FIS Snowboardcross Weltcup würde rein am Medienwert gemessen ein Verlust in Millionenhöhe bedeuten, erklärt Arno Fricke, Geschäftsführer der Montafon Tourismus GmbH. Auch was die Nächtigungen und die regionale Wertschöpfung beträfe, wäre eine Absage ein bitterer Wermutstropfen, macht Fricke deutlich.

Jetzt überlegt die Gemeinde Schruns fieberhaft, wie sie das Geld aufbringen kann, denn mit einer Absage würde der Weltcup wahrscheinlich nie mehr im Montafon Station machen. Rund zwei Wochen hat die Gemeinde noch Zeit, um eine Lösung zu finden - dann müssen die Aufträge für die Beschneiungsanlage erfolgen.