Neues Gehaltssystem für Landesspitäler

Die Arbeiterkammer berichtet über eine weitgehende Einigung bei der Gehaltsreform für die Landeskrankenhäuser. AK-Präsident Hubert Hämmerle zeigt sich zufrieden, obwohl noch nicht in allen Punkten Übereinstimmung erzielt worden sei.

Mit dem Entwicklungsstand nach der Verhandlungsrunde am Dienstag kann man zufrieden sein, so Arbeiterkammerpräsident Hubert Hämmerle. Vertreter der Kammer, der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und des Zentralbetriebsrates der Landeskrankenhäuser hätten sich mit Land und Krankenhausbetriebsgesellschaft weitgehend einigen können. Weitgehend deshalb, weil beim Pflegehilfsdienst und beim medizinisch-technischen Dienst noch nicht in allen Punkte Übereinstimmung erzielt worden sei.

Eckpunkte der Reform

Die Eckpunkte dieser Reform sehen wie folgt aus: Die Einstiegsgehälter werden angehoben, der Verdienstverlauf wird stärker an die Qualifikation als an das Lebensalter der Mitarbeiter gekoppelt. Die Anrechnung von Vordienstzeiten und die Eingliederung von Zulagen in das Grundgehalt sollen weitere Verbesserungen bringen.

Zudem können alle Krankenhausmitarbeiter selbst entscheiden, ob sie ins neue System wechseln oder im bestehenden bleiben wollen. Die Arbeiterkammer beziffert die jährlichen Mehrkosten fürs Land als Arbeitgeber mit etwas mehr als 13 Millionen Euro. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard bestätigt diese Größenordnung. Er sei sehr zufrieden, die Gehaltsreform wird ein tolles Ding, so Bernhard auf Anfrage. Er will, dass die Reform für alle rund dreieinhalbtausend Mitarbeiter an den Landeskrankenhäusern jedenfalls schneller als angepeilt am 1. Jänner 2014 in Kraft tritt, nämlich im Lauf des kommenden Jahres.

Fleisch betont Konkurrenzfähigkeit

Dafür ist ein Landtagsbeschluss notwendig. Direktor Gerald Fleisch von der Krankenhausbetriebsgesellschaft sagt, mit dieser Gehaltsreform sei Vorarlberg an der Spitze in Österreich und gegenüber Deutschland mehr als konkurrenzfähig, es werde also leichter sein, deutsches Personal für Vorarlberg zu gewinnen. Den Gehalts-Abstand zur Schweiz werde man allerdings weiter hinnehmen müssen.

Wallner: Machbar, aber nicht einfach

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hält die Gehaltsreform an den Landesspitälern für finanziell machbar, aber nur mit großen Anstrengungen. Vorarlberg könne auf Dauer nicht einfach jährlich 13 Millionen Euro mehr an Personalkosten im Landesbudget unterbringen, sagte Wallner gegenüber Radio Vorarlberg. Das Gesundheitsressort und die Krankenhausbetriebsgesellschaft müssten Vorschläge für strukturelle Einsparungen machen. Als Beispiel nannte Wallner weitere Schwerpunkt-Bildungen bei den Landesspitälern. Wallner hält es für möglich, die Gehaltsreform für alle 3.500 Mitarbeiter der Landesspitäler bis Mitte nächsten Jahres im Landtag zu beschliessen.