Michael Seidl im September vor Gericht
Michael Seidl, Gründer des Finanzdienstleister Money Service Group, muss sich ab 24. September vor dem Landgericht in Vaduz verantworten, berichtet das Liechtensteiner Volksblatt in seiner online-Ausgabe am Dienstag. Der leitende Staatsanwalt Robert Wallner bestätigte den Termin auf Anfrage der Zeitung.
Anklagevorwurf: 30 Millionen veruntreut
Seidl wird schwerer gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Laut Liechtensteiner Staatsanwaltschaft soll die MSG rund 30 Millionen Euro und 1,2 Millionen Franken von insgesamt 44 Anlegern nicht wie versprochen verwaltet haben. Das Geld sei stattdessen in den Geschäftsbetrieb der MSG-Gesellschaften sowie in den aufwendigen Lebensstil Michael Seidls und dessen Familie geflossen. Dem Angeklagten drohen ein bis zehn Jahre Freiheitsstrafe. Zur Schlussverhandlung habe die Staatsanwaltschaft die Ladung und Vernehmung von 28 Zeugen beantragt.
Untersuchungshaft in St.Gallen
Seidl saß laut Zeitungsbericht bis Anfang Juli in St.Gallen in Untersuchungshaft. Mittlerweile habe man ihn ins Landesgefängnis Vaduz überstellt. Nach dem Prozess werde Seidl wieder in die Schweiz überstellt, wo ebenfalls Ermittlungen wegen diverser Vergehen laufen. Liechtenstein habe zugesichert, den Angeklagten unverzüglich nach Abschluss der Schlussverhandlung an die Schweiz rückzuüberstellen, erklärte Wallner gegenüber dem Volksbaltt: „Zur Vollstreckung einer allfälligen im liechtensteinischen Verfahren verhängten Strafe müsste ein formelles Gesuch um Auslieferung gestellt werden.“
Links:
- Sammelklage gegen mutmaßlichen Millionenbetrüger (vorarlberg.ORF.at 23.3.2012)
Publiziert am 31.07.2012

