Erste Fortschritte durch Sprachförderung

Seit fünf Jahren fördert die Gemeinde Nenzing Spielgruppen- und Kindergartenkinder sprachlich. Die Migrantenkinder üben im Kindergarten spielerisch Deutsch, alle Kinder lernen Englisch.

Sendungshinweis:

„Vorarlberg heute“, 14.Juli, 19.00 Uhr und „Report“, 21.05 Uhr, ORF 2

Die spielerische Deutschförderung beginnt im Nenzinger Kinderhaus bei den Kleinsten. Die Sprachtrainerin übt einmal pro Woche intensiv Deutsch mit allen Kindern. Sie benennt, was sie selbst tut und was die Kinder machen. Auf diese Weise lernen die Kinder neue Wörter und Ausdrucksweisen.

Im Kindergarten erhalten die Migrantenkinder eine spezielle Deutschförderung. Sie lernen spielerisch Deutsch, sie reimen und singen. Alle Kinder lernen einmal pro Woche Englisch. Dabei erfahren auch die Vorarlberger Kinder, was es bedeute. eine Fremdsprache zu lernen. In der 6.000-Seelen-Gemeinde Nenzing wohnen Menschen aus über vierzig Nationen. Rund 1.500 Einwohner sprechen nicht Deutsch als Muttersprache.

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Erste Fortschritte

Beim Übertritt in die Volksschule werden die Kinder getestet, dabei fällt auf, dass das sich das Sprachbewusstsein verbessert hat. Den Kindern fällt es leichter, Wörter in Silben zu zerlegen, das Alltagsdeutsch hat sich verbessert. Bei der Grammatik besteht aber nach wie vor Nachholbedarf, sagt Volkschuldirektorin Edith Wüstenhagen.

Kein Erfolg ohne die Eltern

Die Gemeinde organisiert für die Mütter von türkischsprachigen Kindern einen wöchentlichen Mütter- und monatlichen Väterkreis. Beim Mütterkreis erhalten die Mütter Tipps, wie sie ihre Kinder beim Lesen lernen unterstützen können oder wie die Hausaufgaben zu erledigen sind. Der Mütterkreis unternimmt auch Exkursionen, beispielsweise in die örtliche Bücherei.

Vertrag zwischen Gemeinde und Eltern

Die Eltern von jedem Migrantenkind bekommen einen vom Bürgermeister unterzeichneten Vertrag. Darin steht, welche Leistungen die Gemeinde zur Sprachförderung erbringt. Die Eltern ihrerseits müssen sich verpflichten, die Kinder regelmäßig in den Kindergarten zu schicken oder an den Elterninformationsabenden teilzunehmen. Fast alle Verträge werden innerhalb von wenigen Tagen unterzeichnet an die Gemeinde zurückgeschickt, sagt Bürgermeister Florian Kasseroler (FPÖ).

Sprache als Schritt in Richtung Integration

Der erste Schritt zur Integration ist das Erlernen der deutschen Sprache - davon ist der Nenzinger Bürgermeister, Florian Kasseroler, überzeugt. Ihm ist wichtig, dass die Kinder beim Schuleintritt so gut Deutsch sprechen, dass sie dem Unterricht folgen können und die anderen Kinder nicht im Weiterkommen bremsen. Angesichts des Fachkräftemangels muss man dafür sorgen, dass alle Kinder eine erfolgreiche Schul- und Berufslaufbahn einschlagen können, sagt er. Das gelingt nur, wenn sie auch die deutsche Sprache ausreichend gut sprechen und verstehen können.

Weitere Gemeinden folgen dem Beispiel von Nenzing

80.000 Euro kostet das Projekt der Gemeinde jährlich, die Hälfte davon schießen das Land Vorarlberg und der Europäische Integrationsfond zu. Eva Grabherr, die Leiterin der Integrationsstelle „okay. zusammen.leben“, bezeichnet das Nenzinger Projekt als in Vorarlberg einzigartig, weil es einem Bürgermeister gelungen sei, die Bemühungen aller Verantwortlichen zu bündeln. Hard, Frastanz, Rankweil und Wolfurt werden ähnliche Sprachprojekte einführen.